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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Verhandlungen mit den bischöfen, ut iterum Theodberga se falso crimine insimularet et velamentum reciperet, quod obtinere non valuit, Ann. Bert. (Hincm.) ed. Waitz 85. Karl d. K. zieht zu der zwischen ihm, Ludwig d. D. und Lothar für 3. nov. in Metz verabredeten zusammenkunft mit einem heer über Reims in die gegend von Metz und dann nach Verdun; hier trifft eine gesandtschaft Ludwigs ein, welcher Karls bewaffnete hilfe ablehnt und erklärt, dass er nicht nach Metz kommen könne, da ihn dringende angelegenheiten nach Baiern riefen; Karl wartet mit seinem heer in Verdun etwa 20 tage vergeblich auf Lothar, der unterdes in Trier mit den bischöfen unterhandelt, und haust übel in der stadt und umgebung; endlich zieht er nach Reims ab, sein heer plündert auf dem rückweg allerorten. Ann. Bert. - Theutberga, durch rücksichtslose, gewalttätige behandlung aufs äusserste getrieben (cum ad relationem omnium pene, qui ex Gallicanis et Germanicis regionibus Romam veniunt, vel multorum illic degentium oculos mentis inflectimus .. quam inremotam cuncti afflictionem ac intolerabilem pressuram nimiamque violentiam pati testantur, Ep. Nic. ad Loth. Mansi 15,321 vgl. 312,319, Jaffé Reg. pont. 2. ed. no 2873,70, 72, darnach Regino 866) überschickt auf betreiben Lothars durch gesandte an den papst das 'bekenntnis', dass sie freiwillig und gern auf die königliche würde verzichte, weil Waldrada die rechtmässige gemahlin und sie selbst unfruchtbar sei; sie will nach Rom kommen, um dem papst ihr leid klagen, ihr herz ausschütten zu können, und droht in ihrer verzweiflung hand an ihr leben zu legen, Ep. Nic. ad Theutb. Mansi 15,312, ad Loth. ib. 321, Jaffé 2. ed. no 2870,73. Zugleich dringen dunkle gerächte nach Rom, Lothar beabsichtige über Theutberga nochmal gericht halten zu lassen, um sich, wenn er ein geständnis von ihr erpressen könne, von ihr scheiden oder, wenn er sie nicht verstossen könne, auf die anklage des ehebruchs den gerichtlichen zweikampf zwischen ihrem und seinem mann zu fordern und, falls der ihre unterliege, sie selbst zu tödten, Ep. Nic. ad Kar. Mansi 15,319 Jaffé 2. ed. no 2872. Wieviel wahres an diesen gerüchten war, lässt sich nicht mit bestimmtheit entscheiden: iedenfalls sind sie mit vorsicht aufzunehmen (vgl. auch no 1316) und es ist dem papst sehr leicht das widersinnige eines solchen planes zu zeigen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1313c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0866-11-00_1_0_1_1_0_2882_1313c
(Abgerufen am 28.09.2016).