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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(in territorio Tullensi) Zusammenkunft Ludwigs d. D., Lothars und Karls d. K., vermittelt von Ludwig, der Karl durch gesandte und freundliche worte zu einer annäherung an Lothar zu bewegen gesucht hatte. Als Karl eine zusammenkunft mit Lothar ablehnt, bevor er nicht Ludwig seine beschwerden gegen Lothar dargelegt hätte, kommt es zwischen beiden zu heftigem streit; Karl übersendet durch Ludwig, die bischöfe Altfrid (Hildesheim), Salomo (Konstanz), Adventius (Metz) und Hatto (Verdun, die beiden letzteren offenbar die vertreter Lothars bei den unterhandlungen) an Lothar schriftlich die beschwerdepunkte, welche es ihm unmöglich machten mit diesem zu verkehren, bis er darüber rechenschaft gegeben oder dafür genugtuung geleistet habe. Ann. Bert. (Hincm.) ed. Waitz 60, überschr. des Conv. ad Sablon. M. G. Capit. 2,159, ortsangabe in der nachschrift 165. Karl beschwert sich darüber, dass der Koblenzer friede (no 1291), den er stets beobachtet habe, weder von Ludwig noch weniger aber von Lothar eingehalten worden (c. 1), dass er öfter, wie auch ietzt, zu den damals vereinbarten zusammenkünften bereit gewesen sei (c. 2); mit Lothar in verkehr zu treten habe er, andre punkte späterer erörterung vorbehaltend (c. 3), abgelehnt, weil dieser der gemahlin Bosos (Engeltrud vgl. no 1290b), während der papst fälschlich dafür ihn zur verantwortung gezogen, den aufenthalt in seinem reich gestattet habe und noch immer gestatte (c. 4), ebenso Balduin (der Karls tochter Judith entführt hatte, Ann. Bert. 862) trotz der über ihn verhängten und Lothar mitgeteilten exkommunikation und der bestimmungen des Koblenzer vertrags schutz gewähre (c. 5), weil er in seiner ehesache weder den von ihm und seinen bischöfen erbetenen rat noch den schriftlichen auftrag des papstes, an den er sich gewandt, befolgt habe und daher, bis er sich bessere, wie ein heide und öffentlicher sünder zu meiden sei (c. 6); Karl verlangt im einvernehmen mit seinen bischöfen und grossen (c. 8) die mitwirkung Ludwigs (c. 7), dass Lothar öffentlich vor den bischöfen und grossen sein verfahren gegen seine gemahlin nach göttlichem und menschlichem gesetz rechtfertige oder das geschehene bessern wolle, dann erst sei er bereit als liebevoller oheim ihn aufzunehmen und zeit und ort für die zusammenkunft und verhandlungen über die aufrechthaltung des Koblenzer vertrags bestimmen zu lassen (c. 9), während er, wenn auch Lothar ablehne, Ludwig gegenüber zu brüderlicher, diensteifriger freundschaft sich erbiete (c. 10). Als Ludwig und die an Lothar gesandten bischöfe Karl, den bischöfen Hincmar (Reims), dessen neffen Hincmar (Laon), Hodo (Beauvais) und Christian (Auxerre) die erklärung Lothars überbringen, dass dieser den gestellten bedingungen sich fügen wolle, nehmen sie ihn unter diesem vorbehalt zum friedenskuss und zur unterredung auf (vgl. Ann. Bert.). Conv. ad Sablon. Baronius 862 no 37 = Goldast Const. 2,28 = Lünig RA. 4,28; Sirmond Op. 3,213 = Duchesne SS. 2,442; Baluze Capit. 2,163 = Bouquet 7,649 = Walter 3,121; M. G. LL. 1,483 = Migne 138,691; *M. G. Capit. 2,159. Hincmar von Reims überreicht Lothar in conventu regum eine anklageschrift gegen den zum bischof von Cambrai ernannten Hilduin, Ep. episc. ad Hincm. Mansi 15,645. Zu beginn des iahres hatte Karl an Hucbert, der sich auch der abtei Lobbes bemächtigte, Ann. Laub. 864, Folcuini G. abb. Lob. c. 10 M. G. SS. 4,14, 60, die reiche abtei St. Martin in Tours, welche er seinem sohn Ludwig wegen begünstigung der entführung Judiths genommen, verliehen. Ann. Bert. (Hincm.), urk. Karls d. K. B. 1702, 1704. - Sablonarias verderbt aus Saponarias vgl. no 1288c.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1297b, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0862-11-00_1_0_1_1_0_2845_1297b
(Abgerufen am 08.12.2016).