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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Reichsversammlung (generalis conventus optimatum ex regno Hlotharii) und synode (anwesend Gunthar von Köln, Theotgaud von Trier, Wenilo von Rouen, Franco von Lüttich, Hatto von Verdun, Hildegar von Meaux, Hilduin von Avignon) decernentibus gloriosis regibus Hludovico, Carolo atque Hlothario iuniore. Process gegen Theutberga: sie bekennt öffentlich und überreicht auch ihrem gemahl ein schriftliches bekenntnis, dass ihr bruder Hucbert mit ihr widernatürliche unzucht getrieben habe; Lothar erklärt feierlich, dass er dieses bekenntnis in keiner weise erpresst, dass er, um einen öffentlichen skandal zu vermeiden, sogar das falsche gottesurteil (die verdächtigungsgründe, die darüber in umlauf gesetzt wurden, bei Hincmar De divort. Loth. Op. 1,599 f., Migne 125,659 f.) als wahrheitsbeweis hingenommen und sich nur durch die publicität ienes verbrechens, von der er sich bei seiner reise in Burgund und Italien schaudernd überzeugte, genötigt gesehen habe die sache dem urteil der bischöfe zu unterbreiten; Theutberga erklärt insgeheim wie vor den laien und ihren freunden, selbst auf die zusicherung des vollen schutzes ihrer unschuld gegen iede gewalttätigkeit, dass ihr bekenntnis ein ganz freiwilliges gewesen, und beharrt bei dieser erklärung; entsetzt darob kommt man zum beschluss, dass die nun in die öffentlichkeit gedrungene blutschande durch öffentliche busse gesühnt werden müsse. Frg. der synodalakten (c. 15-19) mit der datirung a. inc. 860 ind. VIII mediante febr. überliefert von Hincmar De divort. Loth. Op. 1,575, Migne 125,637 = M. G. LL. 1,467 = Migne 138,665 = M. G. Capit. 2,466 vgl. Ep. Adventii M. G. Ep. 6,215; das schreiben der lothringischen bischöfe an Nicolaus I. Baronius 842 no 14 = Mansi 15,548 betont, dass betr. Theutbergas nur dieser eine beschluss gefasst worden (nisi quod perspecto suae confessionis libello publice confitenti remedio poenitentiae subvenire decrevimus), dass diese sentenz noch keine definitive sei. Ueber das gerichtliche verfahren gegen Theutberga Schrörs Hinkmar 184. Das schreiben Nicolaus I. Mansi 15,337, Jaffé Reg. pont. 2. ed. no 2886, bemerkt 867, qualiter testes quosdam, quibus imperari a rege poterat, contra leges publicas in eius damnationem, quosdam autem domesticos imperantis admiserint. Zu dieser synode war auch Hincmar von bischof Adventius von Metz, der zu diesem zweck am 25. ian. nach Reims gekommen war, im auftrag der könige und im namen der bischöfe eingeladen worden, ohne dass ihm der verhandlungsgegenstand mitgeteilt wurde; er vertrat die ansicht, dass, wenn es sich um Theutbergas sache handle, die entscheidung einer allgemeinen synode vorbehalten bleiben müsse, und lehnte wegen krankheit sein erscheinen und die vertretung durch einen andern bischof ab; in einem schreiben mahnte er in bedeutsamer weise die synode zur vorsicht, eine mahnung, die nicht ohne wirkung geblieben zu sein scheint; später verbreitete sich oder verbreitete man das gerächt, Hincmar habe sich durch Wenilo und Hildegar vertreten lassen und durch Adventius seine schriftliche zustimmung nach Achen sowie ein schreiben nach Rom gesandt, Hincmar De divort. Loth. Op. 1,583, Migne 125,645. In einem etwas späteren schreiben an Lothar de utilitate animae regioque ipsius honore beruft sich Hincmar darauf, qualiter pater ipsius Lotharius aug. ei se ipsum suamque commendaverat animam, Flodoard H. Rem. III, 20 M. G. SS. 13,513. - Bündig und den tatsachen entsprechend der bericht in Ann. Bert. (Prud.): Lotharius reginam suam Teutbergam inrevocabili odio habitam [? coegit], ut ipsa coram episcopis confiteretur fratrem suum Hucbertum sibi sodomitico scelere commixtum, unde et poenitentiae continuo addicta est atque in monasterium retrusa vgl. Ann. Xant. 861: Lotharius, rex Ripuariorum, legitimam uxorem suam, sororem Hugberti clerici, iniusta occasione reliquit.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1290a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0860-02-00_1_0_1_1_0_2828_1290a
(Abgerufen am 10.12.2016).