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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Bündnis mit k. Lothar (no 1287a), Prud. Ann., Lib. proclam. adv. Wenilonem c. 7; auf diese zusammenkunft mit Lothar bezieht sich auch die stelle der Ep. Caris. c. 15 M. G. Capit. 2,438: Si sapientia vestra dignum iudicat loqui et tractare cum vicino rege eiusque fidelibus, secedente de ista parte regni domino nostro, fratre videlicet vestro (Carolo). Die anklageschrift gegen Wenilo (gedr. Baluze Capit. 2,133 = Bouquet 7,639 = Walter 3,106; M. G. LL. 1,462 = Migne 138,659, *M. G. Capit. 2,450 u. ö.) gibt c. 7-13 (in den älteren ausgaben 12), diesen allerdings in den vordergrund stellend, nähere daten über den aufenthalt in Attigny: Wenilo von Sens erscheint cum quo potuit solatio (= militia in Ep. synod. ad Wenilonem Mansi 15,530, Bouquet 7,582 vgl. c. 6 und schluss von c. 7) bei Ludwig, um den sich die westfränkischen grossen (excommunicati istius regni et seditiosi) geschaart hatten, und liest vor ihnen, obwol von ihrer bannung unterrichtet, öffentlich die messe; er macht 'durch lügen' Lothar von dem beschwornen bund mit Karl abtrünnig (c. 7), nimmt an den beratungen über die sicherung des eroberten landes hervorragenden anteil (praedictis fratris mei consiliariis et publicis et secretis tractatibus W. cum specialibus familiaribus et inter priores eius familiariter cum episcopali iudicio excommunicatis et iudicio regni diiudicatis interfuit, quatinus partem regni, quam idem frater meus et W. mihi iuraverant .. frater meus obtineret et ego illam perderem, c. 8) und bietet nicht nur seinen ganzen einfluss auf, um die bischöfe für Ludwig zu gewinnen (c. 9), sondern veranlasst auch diesen nach einem beschluss seiner westfränkischen parteigänger von den getreuen Karls den treueid zu fordern (quatenus illi homines, qui mihi fideles erant et mihi sacramento fidelitatem promiserant, sive nolentes sive volentes fratri meo Hlud. iurarent, ut ei adiutorium ferrent, qualiter regnum meum contra me obtinere potuisset. Et non solum consilio W. interfuit, sed et ipse hoc idem consilium fratri meo .. donavit, c. 12, eine iedenfalls mit vorsicht aufzunehmende beschuldigung, da ia, wieder bruderkrieg 840-842 zeigt, die abnahme des treueids die erste massregel zur besitznahme eines landes war, für welche Ludwig kaum noch eines rats bedurfte); Wenilo erhält dafür die urkundliche schenkung der abtei St. Colombe in Sens (deperd.) und mandate an die königsboten Ecchard und Teodorich (deperd.), ihn in den besitz der abtei einzuweisen (c. 10) und ihn, was nur ein kronrecht (quod ius regiae est potestatis), aus der mauer der burg in Melun steine brechen zu lassen (c. 11), endlich für seinen verwandten Tordolt das bistum Bayeux (c. 13 vgl. M. G. Capit. 2,447). An die westfränkischen bischöfe erlässt Ludwig die schriftliche aufforderung (deperd.) sich am 25. nov. in Reims einzufinden, um mit ihm und seinen getreuen de restauratione s. ecclesiae et de statu ac salute populi christiani zu beraten. Das von Hincmar im namen der bischöfe der metropolen Reims und Rouen verfasste und durch den erzbischof Wenilo von Rouen und bischof Erchanraus von Châlons s. M. Ludwig im nov. nach Attigny (vgl. auch Hincmar De coercendis militum rapinis Migni 125,955) überbrachte synodalschreiben von Quierzy (Hincmari Op. 2,126, Baluze Capit. 2,101 = Walter 3,79, Migne 126,9, M. G. Capit. 2, 428 u. ö., in der überschrift die datirung a. inc. 858 mense nov.) lehnt das erscheinen der bischöfe ab propter incommoditatem et brevitatem temporis et propter inconventiam loci et, quod est lugubrius, propter confusionem tumultus exorti (vgl. c. 1), es verweist den deutschen könig auf die früheren botschaften der bischöfe (vgl. no 1435k), deren erfolglosigkeit die redlichkeit seiner ietzigen absicht in frage stelle (c. 2, 3), und, vorwand und beweggrund seines einbruchs beleuchtend (c. 4), auf die dem angeblichen friedlichen zweck widerstreitenden plünderungen (c. 5 vgl. 1435i), während er und seine westfränkischen parteigänger besser die waffen gegen die Normannen wenden würden und in den von ihnen ausgesogenen gegenden selbst die vor den heiden flüchtenden keine zuflucht finden könnten (c. 6); es fordert ihn auf, wenn er wirklich die kirche schützen wolle, deren privilegien und immunitäten zu achten (c. 7), die von Karl teils leichtsinnig, teils aus not an laien verliehenen klöster ganz ihrem geistlichen beruf zurückzugeben, da er ia selbst seine brüder oft daran gemahnt, bei ieder zusammenkunft mit ihnen dies beredt erörtert, die beschlüsse von Yütz bei Diedenhofen (no 1116a) angenommen, iene von Meersen (no 1131 c. 4, die unterfertigung der beschlüsse aber nur erwähnt beim 2. tag von Meersen no 1145a) durch seine unterschritt bestätigt habe (c. 8), für die disciplin und den bedarf der klöster (c. 9) sowie für die fremdenherbergen (hospitalia peregrinorum, sicut sunt Scottorum, c. 10) sorge zu tragen; es mahnt ihn an seine königlichen pflichten (c. 11), die bestellung rechtlicher beamten (ministri palatii, ministri reipublicae, c. 12) und verwalter der krongüter (iudices villarum regiarum), damit er mit deren einkünften für seinen hof und die fremden gesandtschaften ausreiche und nicht nötig habe im lande herumziehend von der geistlichkeit und den grafen grössere leistungen zu fordern und das volk zu bedrücken (c. 14), an die verpflichtung die gebannten grossen zur genugtuung zu zwingen, etwaigen verkehr mit ihnen zu sühnen (c. 13); es erklärt, dass sie, da es sich um eine angelegenheit der ganzen cisalpinischen kirche handle, bereit seien zu gelegener und ruhiger zeit mit ihren übrigen amtsbrüdern, besonders ienen, welche Karl zum könig gesalbt, zur synode zusammenzutreten und deren beschlüsse unter seiner obhut auszuführen, si deus soliditatem et salutem ecclesiae atque regni in manu vestra adunare et prosperare decreverit, und erinnert an das uneigennützige verhalten Davids gegenüber Saul, dem gesalbten, da ia auch Ludwig kaum eine mehrung des reichs zum schaden seiner seele wolle; es betont ihren friedlichen beruf, dass sie gerade als bischöfe nicht wie die weltleute iedem beliebigen die huldigung: leisten dürften, sondern den eid höher halten müssten, dass nur ihr wort, nicht das iener hochverräter (fellones atque ignobiles) massgebend sein könne; wie er in seinem schreiben befohlen, würden sie mit fasten, gebeten und processionen auch für ihn zu gott flehen, damit er baldmöglichst dem gefährlichen sturm gebiete und die ruhe zurückkehre (c. 15). Hincmar lässt dieses schreiben Karl durch seinen gleichnamigen neffen, der mit demselben in Burgund weilt, überreichen und schreibt später an Karl: sed relegite ea diligenter, quia, mihi credite, plus pro vobis quam pro illo facta fuerunt, De coerc. militum rap. Migne 125,955, M. G. Capit. 2,428; Flodoard H. Rem. III, 20 M. G. SS. 13,511 bezeichnet Hincmar ausdrücklich als verfasser dieses schreibens vgl. Noorden Hinkmar 144; über die dafür verwerteten fälschungen Mittheil. des Instituts f. öst. GF. 1,609. Der Reimser erzbischof ist auch sonst für Karl tätig: an Rothad von Soissons schreibt er pro mandatis regis Ludowici et firmitate ab eo quaesita, quae sacerdotio non congruebat (vgl. über die spätere beschuldigung Hincmars, Rothad von Soissons habe sich Ludwig genähert, Dümmler Ostfränk. Reich 2. A. 1,434), an Irminfrid von Beauvais pro gubernanda prudenter ecclesiae nave, quae in naufragoso saeculi mari (dieselben ausdrücke in Ep. Caris. c. 15) inter intestina concutiebatur bella, wie später an Adventius von Metz, quid egerat ipse, quando Ludowicus regnum Karoli pervaserat, Flodoard III, 21,23 M. G. SS. 13,517, 518,528.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1435n, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0858-11-00_1_0_1_1_0_3228_1435n
(Abgerufen am 11.12.2016).