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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(pal. r. Franconoford) ordnet auf vortrag Warins, des ersten regelrecht erwählten abts von Neu-Korvey, dessen obhut er auch das unter der äbtissin Addila stehende nonnenkloster Herford empfohlen, - dass sein vater k. Ludwig beide klöster nach dem muster hervorragender klöster Galliens bauen liess, Neu-Korvey nach dem Alt-Corbies und Herford nach dem des nonnenklosters in Soissons, und die zelle Meppen (no 935) sammt zehnten und besitz sowie die von k. Karl als erste in Sachsen erbaute kirche in Eresburg (no 830) mit den zehnten der umsassen per duas Saxonicas rastas (vgl. die gefälschte bulle Leos III Jaffé Reg. pont. 2. ed. 2502 und dazu Scheffer-Boichorst in Mittheil. des Instituts f. öst. GF. Erg. 4,80 n. 1) an Neu-Korvey vergabte, an Herford aber die kirche in Bünde (keine urk. vorhanden) in der diöcese Osnabrück und die kirche in Rheine (no 977) in der diöcese Münster sammt allen zehnten und einkünften, um dafür die seelsorge unter der leitung der mit den befugnissen bischöflicher erzpriester ausgestatteten priester der hauptkirchen versehen zu lassen - die beisteuer der beiden klöster zu den visitationsreisen des bischofs zwar gemäss den kapitularien seiner vorfahren (detailbestimmungen nicht überliefert, solche für königsboten no 677 c. 29), dieselbe aber in anbetracht der krankheit und des alters des bischofs Gauzbert (von Osnabrück) vermehrend, bestimmt, nachdem dieser vor ihm, dem erzbischof Hraban und den andren synodalmitgliedern seine zustimmung erklärt hatte, die leistungen im einzelnen und fügt noch die genehmigung bei, zur leitung der beiden klöster geeignete personen aus ihrer mitte zu wählen. Reg. XX ind. I. Adbertus (Hadebertus) subdiac. adv. Baldrici abbatis. *K. aus der ersten hälfte des 11. iahrh. Münster (früher in Berlin, A), s. XIII Münster (B), beide aus Herford, ch. Herford s. XIII f. 17 (C). Schaten Ann. Paderb. 1,141 ex autogr. (A) mit reg. X = Lünig RA. 18,66 = Hartzheim Conc. 2,167 = Heumann Comment. 2,54 extr.; Mabillon Acta 5,500 e copia sibi transmissa = Tenzel app. 39 = Le Cointe 8,44 extr. = Mansi 14,971; Möser Osnabrück Gesch. 1b,7, Werke 8,7 aus Henseler Dissert. hist. crit. de dipl. Caroli M.; Erhard Reg. West. 1,16 no 21 aus B; Wilmans Kaiserurk. 1,119 und Philippi Osnabrücker UB. 1,21 aus A, B. Fälschung, der text, namentlich am schluss, formell unzulässig, die arenga iünger, der inhalt durchaus bedenklich und unverbürgt, die benützten urk. no 935, 830 durch einfügung der zehnten verunechtet vgl. auch Sickel Beitr. I Wiener SB. 36,389 und in M. G. DD. 1, 232, Dümmler Ostfränk. Reich 2. A. 1,368 n. 2, Brandi in der Westdeutschen Zeitschr. 19,145; die echtheit weitläufig verteidigt von Wilmans 1, 122, 322; benützt für die unechte urk. Ottos I 952 iuli 1 M. G. DD. 1,232, vorlage für die bestätigung Konrads II 1025 ian. 10 or., Philippi Osnabrücker UB. 1,110, Stumpf 1863, wiederholt von Heinrich III 1039 sept. 3 or. und 1040 dez. 20 or., Philippi 1,121, 125, Stumpf 2140, 2201, nur gibt die urk. von 1039 die älteren namensformen Buginithi, Mimigernafordensi, Hreni gleich beiden überlieferungen von no 1406 (statt Biunidi, Mimiernevordi, Reni in der urk. Konrads II), geht hier also auf eine andere überlieferung zurück, vielleicht die kopie A, welche bisher allerdings dem 10. iahrh. zugeschrieben wurde, aber ihrem ganzen schriftcharakter nach der ersten hälfte des 11. iahrh. angehört; C stammt aus B. Beide überlieferungen sind von einander unabhängig: in BC richtig LX de non mellita, der name des Rekognoscenten Hadebertus, die signumzeile vor der rekognition, in A unrichtig XL, Adbertus, die signumzeile nach der datirung. BC beruhen also auf einer besseren und älteren überlieferung; A und B aus Herford, aus Korvei hat sich keine überlieferung erhalten. Nach der Quaerimonia Engilmari ep. Osnabr. Erhard Reg. Westf. C. d. 1,36, Philippi Osnabrücker UB. 1,55: Quam ob causam illico predicti monachi et puelle ad aures principis Arnulfi accusationem contra canonica sancita detulerunt deferentes praeceptum, ut aiunt, a Hludovico rege et Rabano Magonciacensi alterius pontifice diocesis statutum, sed non certis testificationibus fidei accomodatum, quia fraudulenter dicitur ab ipsis fictum, ut ipsi sine nostra dictione vel aliqua contradictione possideant decimas praedicti episcopii contra ius canonicum muss die fälschung, welche weit über das bischöfliche privileg von 888, Philippi 1,40, hinausgeht, noch vor 890 entstanden sein, wenn sie auch erst unter Konrad II rechtskraft erhielt. Das protokoll aus einer echten, wahrscheinlich aber späteren urk. vgl. auch Sickel Beitr. I Wiener SB. 36,392 n. 1 und Beitr. VII ib. 93,663 n. 1, dieselbe rekognition ist nur 855, 856 (in no 1412 für Korvey) nachweisbar; ich glaube daher auch den ausstellort für das itinerar von 853, in das er sich allerdings zur not einfügen liesse, nicht verwerten zu dürfen.

 

Verbesserungen und Zusätze:

über die dem fälscher bekannte art der karolingischen markenbildung Rübel, Die Franken 407. n° 1414, 1415 vgl. auch meine erwiderung auf Uhlirz in Mitth. d. Inst. 25, 91 ff. und Stengel, Die Verfasser der deutschen Immunitätsprivilegien des 10. und 11. Jahrh., Marburger Habil. schrift 1907, s. 69.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1406, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0853-05-22_1_0_1_1_0_3160_1406
(Abgerufen am 04.12.2016).