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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Kapitulare: I. Vorlage an die bischöfe (capitula, quae imperator Hlud. suis episcopis de statu sui regni considerare praecepit): gefordert äusserung der bischöfe über den wandel der bischöfe und geistlichen, unterweisung des volkes und predigt, anfertigung von büchern, restaurirung der kirchen, leitung der pfarren und xenodochien, abstellung der unzukömmlichkeiten in den klöstern der Benediktiner sowol als der kanoniker, über die der besserung bedürftigen minores causae, wie die amtsführung der grafen und ihrer beamten, ihr verhalten gegenüber der geistlichkeit und ihre ausbeutung des volkes. 'De conversatione episcoporum'. - II. Anträge der bischöfe (rescriptum consultationis sive exhortationis episcoporum ad d. Hlud. imp.). c. 1. notifikation der königlichen vorlage (exhortatio vestra, in der adresse: D. glorioso regi Hlud.) an die in Pavia (urbe r. Ticina) versammelte synode durch den erzbischof Angilbert (Mailand), den patriarchen Andreas (Aquileia) und den erzkaplan Joseph (bischof von Jvrea). 2. frist zur besserung der wenigen übelstände in der amtsführung der bischöfe, bereitwilligkeit auf berechtigte klagen der laien gegen die geistlichkeit abhilfe zu schaffen. 3. beeinträchtigung der unterweisung auch dadurch, dass die grossen herren hauskapellen haben und nicht zur kirche kommen, wo höchstens dem armen volk gepredigt werden kann, alles in geduld über sich ergehen zu lassen, einschärfung des verbots an die grafen und k. vasallen ohne erlaubnis des bischofs ihnen beliebige geistliche sich zu halten. 4. unkanonische und symonistische bestellung der leiter der pfarrkirchen, übergriffe der laien; wahl des rectors einer kirche durch die ortsgeistlichen mit zustimmung des volkes, eventuell bestellung durch den bischof. 5. entfremdung der kirchlichen einkünfte durch die erzpriester, oft mit hilfe der laien. 6, 7. einschärfung der von k. Lothar in Olonna erlassenen vorschriften betr. restaurirung der kirchen und xenodochien (no 1024 c. 8, 1025 c. 4). 8, 9. reform der klöster mit unterstützung der beiden herrscher (Lothar und Ludwig) durch die bischöfe. 10. restitution des zu lehen gegebenen kirchenguts. 11. verwendung der zehnten nach anordnung des bischofs, abstellung des missbrauchs, dass laien dieselben nicht an die pfarrkirche, sondern die auf ihrem eigengut oder lehen erbauten kirchen geben. 12. beihilfe der grafen, um die öffentlichen sünder (wegen unerlaubter ehen, verehelichung mit verwandten und nonnen, mord und andrer verbrechen) zur öffentlichen busse zu zwingen. 13. einschärfung des verbotes seines grossvaters (no 868 c. 5) das ärmere volk durch häufige placita zu beschweren. 14. frist zur besserung der misstände in der amtsführung der schuldigen grafen wie für die bischöfe (c. 2). 15. präcisirung der naturalleistungen der erzpriester bei den visitationsreisen der bischöfe. 16. bitte um wahrung der immunitäten nach der satzung seines vaters in Olonna (no 1024 c. 2). 17. einhaltung der nur vom diöcesanbischof zu bestimmenden feste. 'Nos quidem'. - III. Institutio d. Hludowici imp. c. 1. wahrung des rechts gemäss der amtspflicht, beobachtung der gefassten synodalbeschlüsse (iuxta quod preterito sancti patres in nostro placito invenerunt vgl. Boretius Capitularien 166 n. 1) von seite der geistlichen amtspersonen und besserung der übelstände, restaurirung der taufkirchen nach alter gepflogenheit (vgl. II c. 6). 2. kanonisches strafverfahren gegen iene, welche, sicut supradicto placito inventum est (II 11), die zehnten nicht leisten, bei widerspenstigkeit bestrafung durch den kaiser, mahnung an die richter, ohne rücksicht auf die person recht zu schaffen. 3. instandhaltung der bisherigen brücken, namentlich iener in Pavia, bau neuer, wo sie notwendig, bereitschaft der schifffähren an den gewohnten orten (no 511 c. 9), keine bedrückung der überfahrenden. 'Volumus ut unusquisque'. Hs. s. X. M. G. LL. 1,430-433, 434 = Migne 138, 609-614, 617; *M. G. Capit. 2,79-84 no 209-211; I, II Surius Conc. 3,480 und daraus in den andern konziliensammlungen (Labbe ed. Coleti 9,1161, Mansi 15,15), Baluze Capit. 2,349 = Walter 3,268. Da Ludwig in der adresse von II noch 'rex' genannt wird (entsprechend in c. 4: regia disciplina, c. 10: regiam maiestatem, c. 14: regia auctoritate) und nach diesem titel im akt selbst der von dem sammler oder abschreiber herrührende titel 'imperator' in den überschriften ohne belang ist, da ferner in der überschrift der akten der synode von Pavia 850, M. G. Capit. 2,117 vgl. no 1179b, bereits Theodemar, der nachfolger des Andreas, als patriarch von Aquileia genannt wird, muss II und damit I vor 850 entstanden sein, M. G. Capit. 2,79 vorbemerkungen; III ist im unmittelbaren anschluss erlassen; legt man auf 'imperiali auctontati' in c. 2 gewicht, so wäre III wol erst nach der kaiserkrönung 850, I und II kurz vorher entstanden. Über die zusammengehörigkeit auch Boretius Capitularien 165 f., der hier übrigens für das iahr 855 eintritt.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1179, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0850-00-00_2_0_1_1_0_2570_1179
(Abgerufen am 25.09.2016).