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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Überfall Roms durch die Sarazenen: die Sarazenen (nach V. Leonis IV c. 7, Duchesne Lib. pont. 2,107 waren, sie aus Afrika gekommen; magnus exercitus Panormitanorum ac inde Africani, Johannis G. ep. Neap. c. 60 M. G. SS. Lang. 432 mit der weiteren nachricht, dass dieses heer gekommen sei, als herzog Sergius von Neapel plündernden Sarazenen bei Ponza und der insel Licosa schlappen beigebracht hatte, und dass es das kastell Miseno bei Neapel erobert habe, daher das missverständnis in Ann. Xant.: Mauri vel Sarraceni, qui iam pridem Beneventaniam consederant; Sarraceni Maurique, Ann. Bert. mit der zeitangabe mense augusto) überfallen Rom (Romam supervenerunt, Joannis G. ep. Neap.; Romam agressi Ann. Bert.); es gelingt ihnen nicht die stadt zu erobern (cum non possent urbem irrumpere, Ann. Fuld.); sie plündern die ausserhalb der mauern liegende Peterskirche und die kirche des h. Paulus (S. Paolo fuori le mura; ecclesiae b. principum Petri et Pauli funditus depraedatae sunt, V. Leonis IV c. 4; horatorium totum devastaverunt b. principis apostolorum Petri beatique ecclesiam Pauli, Chr. s. Bened. Casin. c. 6 M. G. SS. Lang. 472; ecclesiae apostolorum Petri et Pauli divastantur, Ann. Farf. 845 M. G. SS. 11,588; Saraceni basilicam s. Petri et Pauli vastaverunt, Ann. s. Dionysii 844 = s. Germ. min. vgl. Ann. s. Mariae Ultraiect 846, Masciac. 849 ib. 13,719; 15,1300; 4,3; 3,169; nur St. Peter nennen das kapitulare no 1128 c. 7, Ann. Fuld. Xant., Weissenburg. ib. 1,111; nach Ann. Bert. greift ein teil des feindlichen heeres die kirche des heil. Paulus zwar an, wird aber zurückgeschlagen und niedergemacht, dieselbe nachricht Johannis Chr. Ven. M. G. SS. 7,18; ungenau: praedaverunt Romam, Ann. Colon. ib. 1,97) und morden (omnes christianos, quos foras Romam repperierunt, intus et foras eiusdem ecclesiae occiderunt, reclausos etiam viros et mulieres abduxerunt, Ann. Xant vgl. Johannis G. ep. Neap. c. 60; multos ibidem Saxones aliosque quam plurimos utrinsque sexus et aetatis, Chr. s. Bened. Casin.; in der V. Leonis IV c. 20 wird der vicus Saxonum bei St. Peter erwähnt, von einer sächsischen besatzung in Rom, wie M. G. SS. Lang. 472 n. 3 vermutet wird, kann natürlich keine rede sein; die erzählung in Benedicti Chr. c. 26 M. G. SS. 3,713 von einem unglücklichen kampf eines 'fränkischen' heeres unter Ludwig II am Monte Mario ist zu sagenhaft, als dass man darauf ein gewicht legen könnte). Ein kaiserliches heer ruckt den Sarazenen, welche Fondi plündern und im sept. bei Gaeta ein lager aufschlagen (Chr. s. Bened. Casin, c. 6), bis zu dieser stadt nach (idcirco motus Lhotharius rex Francorum ferocem contra eos populum misit, qui celeriter properantes eos usque Caietam sunt persecuti, Johannis G. ep. Neap. c. 60); es wird am 10. nov. überfallen und mit bedeutenden verlusten in die flucht geschlagen (Johannis G. ep. Neap. c. 60, das tagesdatum Chr. s. Bened. Casin. c. 6; auf diesen kämpf scheint mir auch die nachricht der über die vorgänge in diesen fernen gegenden kaum genau unterrichteten Ann. Bert. zu beziehen zu sein: quendam montem centum ab Urbe milibus munitissimum occupant, quos quidam ducum Hlotharii minus religiöse adorsi atque deleti sunt); ein angriff der neapolitanischen und amalfitanischen flotte unter Caesarius, dem sohn des herzogs Sergius, tut der verfolgung einhalt (nach Chr. s. Bened. Casin. c. 6, darnach Leonis Chr. Casin. I, 27, dringt indes eine schaar bis Montecasino vor), verhindert die bestürmung Gaetas und nötigt die Sarazenen um freien abzug zu unterhandeln; dieser wird gewährt, ihre flotte aber von einem sturm fast gänzlich vernichtet (Johannis G. ep. Neap. c. 60, Ann. Bert. 847, V. Leonis IV c. 7, Ann. Weissenburg. M. G. SS. 1,111). Die nachricht der Ann. Bert.: Hlodoicus, Hlotharii filius, rex Italiae, cum Saracenis pugnans victus vix Romam pervenit wird schon von Muratori Annali 846 vgl. Dümmler Ostfränk. Reich 2. A. 1,305 verworfen, da die besser informirten unteritalienischen quellen von einer niederlage nichts wissen und nicht einmal dessen anwesenheit beim kaiserlichen heer erwähnen; ein vergleich mit Johannis G. ep. Neap. c. 61 weist geradezu darauf hin, dass Ludwig an diesem heerzug nicht teilnahm; ebenso wird die meldung der Ann. Lausann. M. G. SS. 24,779: Ludovicus imp. contra Saracenos perrexit anno d. 845 (auch der tod Ludwigs d. Fr. ist um 2 iahre zu früh zu 838 angesetzt) auf 847 zu beziehen sein. Wahrscheinlich fällt aber auch in die zeit ienes heerzuges die zusammenkunft Ludwigs mit seinem vater vgl. no 1127a.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1126a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0846-08-00_1_0_1_1_0_2474_1126a
(Abgerufen am 03.12.2016).