Regestendatenbank - 174.158 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

Sie sehen den Datensatz 2453 von insgesamt 4511.

restituirt dem kloster St. Denis auf bitte des abts Ludwig, seines verwandten, und der mönche, des erwählten erzbischofs Hilduin, seines obersten pfalznotars, und des grafen Matfrid, seines ministerialen, die abtei St. Mihiel im gau Verdun, welche einst dem kloster geschenkt in dem zwist zwischen ihm und seinem vater Ludwig demselben entrissen und Matfrid zu lehen gegeben worden war. Ercamboldus not. adv. Agilmari. Angebl. or. s. IX Paris, a. imp. in It. XVI und VI von späterer hand nachgezogen, ursprünglich nur ind. VI, (A), *M. G. Dopsch. Doublet 744 (aus A) ohne ind.; Felibien St. Denys pr. 63 sur l'or. (A) ohne iahresdaten = Calmet ed. pr. 1b,303 = Bouquet 8,374; Tardif 103 sur l'or. (A), unvollständig. Trotz des echten siegels und der etwa gleichzeitigen gewandten schrift nicht or. vgl. auch Sickel Reg. 231 K. 13; auf der rückseite noch tironische noten. Wortlaut bis auf das restitutionsobiekt = no 1132, aber doch in der hier richtigen rekognition abweichend; dass diese sammt der datirung wieder no 1109 entnommen sei, ist kaum wahrscheinlich. Bedenken erregen die sachlichen widersprüche: St. Denis wurde von Pippin 755 nur ort und kastell St. Mihiel geschenkt, no 78; das zu beginn des 8. iahrh. (Chr. s. Michaelis c. 1 M. G. SS. 4,79, urk. bei Pardessus no 475 vgl. Ölsner Pippin 237) gestiftete kloster St. Mihiel erhielt schon von Pippin immunität (deperd., erwähnt in no 147), die von Karl d. Gr., Ludwig d. Fr. (no 147,615) und Karl d. K. (Bouquet 8,484) bestätigt wird, sowie 826 freie abtwahl (no 837, bestätigt von Lothar I no 1080); es erscheint also immer als selbständig und von St. Denis durchaus unabhängig; St. Denis könnte nur auf grund der urk. Pippins unrechtmässig und ganz vorübergehend sich 833/4 die abtei St. Mihiel erworben haben. Dass Hilduin (vgl. über ihn no 1132) schon hier als s. palatii nostri notarius summus bezeichnet wird, während er nach den rekognitionen erst im nächsten iahr an die spitze der kanzlei trat, veranlasste nach dem vorgang Simsons Ludwig d. Fr. 2,118 n. 1 auch Bresslau UL. 1,292 n. 1 diese urk. als fälschung zu verwerfen. Nicht so sehr dieser grund (vgl. no 1095), der erst durch die wörtliche ubereinstimmung der betreffenden stelle mit no 1132 sein gewicht erhält, als die andern umstände gestatten wol nicht mehr an der inhaltlichen echtheit der urk., für die ich früher eintrat (Wiener SB. 85,527 n. 1), festzuhalten. Immerhin bleibt, da der schrift nach die urk. gleichzeitig oder fast gleichzeitig sein muss, auch bei annahme einer fälschung manches dunkel. Ludwig, der sohn Rotruds, der tochter Karls d. G., Ann. Bert. (Hincmari) 867, und des grafen Rorico von Maine, wird schon in einer urk. Karls d. K. 845 ian. 21 B. 1574 als abt von Denis gegenannt.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1110, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0843-10-21_2_0_1_1_0_2451_1110
(Abgerufen am 26.09.2016).