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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(pal. r.) schenkt dem kloster Inden auf bitte des abts Adalong für das seelenheil seiner eltern die villa Gressenich mit den bisherigen fiskalabgaben. Adalleodus diac. adv. Grimaldi. Reg. II ind. V. Quix C. d. Aqu. 59 aus vidimus von 1540; Lacomblet 1,37 aus ch. s. XVI in. zu 878; *Omont Trois diplomes caroling. in Mélanges Paul Fabre (Paris 1902) 68 nach einer photographie des or.; erwähnt Mabillon Ann. 2,463. Nach mitteilung von H. Omont war das or. vor ein paar iahren im besitz eines Russen, das dasselbe nebst 2 andren originalurkunden (Ludwigs d. Fr. no 897 (868) und Ludwigs III no 1511) der bibl. nat. in Paris zum kauf anbot und verkleinerte photographien vorlegte; die or. sind seither wieder verschollen. Durch die originalität werden die bedenken, welche ausser der nur bis 837 (zuletzt in no 1365) geltenden rekognition und der datirung auch unregelmässigkeiten im protokoll (gratia dei im titel, das fehlen der worte 'in orientali Francia' in der datirung) und das ziemlich ungewöhnliche diktat erregen (vgl. auch Sickel Beitr. I Wiener SB. 36,365), bei seite gestellt, es kann sich nur darum handeln, die unregelmässigkeiten zu erklären. Die urkunde ist nur nach der ind. zu 842 einreihbar, das iahr 835 (a. r. II) wäre schon dadurch ausgeschlossen, dass Ludwig damals nicht über krongut (villa iuris nostri) in dieser gegend verfügen konnte (vgl. no 1355b) und sein vater noch lebte. So erübrigt nur die annahme, dass hier eine ausnahmsweise rekognition vorliege; Ludwig hatte auf dem heerzug, der auch eine ganz andere wendung nahm, als man erwarten konnte, kaum seine kanzlei bei sich; vielleicht hatte sein früherer kanzleichef Grimald als abt heerfolge geleistet und aushilfsweise seines früheren amtes gewaltet. Adalleod wäre als rekognoscent nicht unmöglich, da er auch nach 837 nochmal 840 (no 1369) auftritt. Durch die ungewöhnliche ausfertigung würden sich auch die besonderheiten der fassung erklären. Gerade die nur für ganz kurze zeit und nur für Baiern übliche rekognition spricht auch ganz entschieden für die echtheit, einem fälscher in Inden hätte dafür auch iede vorlage gefehlt. Durch diese urk. ist auch ein beleg dafür gewonnen, dass Achen (Gressenich liegt 2 meilen östlich, Inden bei Achen) bei der am 26. märz schon vollzogenen teilung von 842 Ludwig zufiel; wahrscheinlich bildete wie bei der späteren teilung Lothringens die Maas die grenze.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1371, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0842-03-26_1_0_1_1_0_3072_1371
(Abgerufen am 09.12.2016).