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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Verhandlungen in Koblenz: die bevollmächtigten kommen am 19. okt. zusammen; um streit unter ihren leuten zu verhindern, schlagen iene Ludwigs und Karls auf dem rechten Rheinufer ihr lager auf, die Lothars auf dem linken; täglich treten sie zu unterhandiungen in St. Castor (vgl. no 963e) zusammen. Zunächst bringen die bevollmächtigten Ludwigs und Karls mancherlei beschwerden vor. Die Lothars werfen die frage auf, ob iemand aus ienen das ganze reich genau kenne, und als dies verneint wird, weshalb keiner derselben unterdes das reich bereist und die nötigen aufzeichnungen gemacht habe; als man ihnen erwidert, Lothar habe dies verhindert, erklären sie, dass bei solch ungenügender kunde eine reichsteilung unmöglich sei, und werfen der gegenpartei vor, wie sie sich eidlich zu einer möglichst gleichmässigen reichsteilung habe verpflichten können, da sie doch wissen musste, dass dieselbe ohne genügende kunde nicht ins werk zu setzen sei. Die sache wird den bischöfen vorgelegt. Diese versammeln sich in der kirche des h. Castor; die anhänger Lothars erklären, dass, wenn iemand gegen seinen eid gefehlt habe, dafür busse getan werden könne, dass es besser sei die teilung sogleich vorzunehmen als wieder den krieg zu beginnen; ihnen entgegnen die anhänger Ludwigs und Karls, es sei keines von beiden notwendig, besser sei es den waffenstillstand zu verlängern, unterdes die nötigen daten im ganzen reich zu sammeln und aufzuzeichnen, dann könne iedermann ohne gefahr schwören das reich gleichmässig zu teilen und seinen eid gewissenhaft erfüllen, wenn nicht blinde leidenschaft dazwischen trete. Eine einigung wird nicht erzielt. Alle treten dann nochmals zusammen; die von der partei Lothars erklären, dass sie ihrem früheren eid gemäss zu schwur und teilung bereit seien, iene von der partei Ludwigs und Karls, dass sie das gleiche wollten, wenn sie nur könnten. Man einigt sich endlich, da keine partei ohne ermächtigung ihrer herren nachgeben will, bis 5. nov. frieden zu machen, um bis dahin die entschlüsse ihrer herren über die strittige sache einzuholen. Am 24. okt. (qua die terrae motus magnus, das datum des erdbebens im Chr. Fontan. M. G. SS. 2,302) trennen sie sich. Nithard IV, 5 vgl. Meyer von Knonau 51,109 n. 283 f., 292. In Ann. Fuld. nur die kurze nachricht: Cum missi in Confluente castello convenientes de partitione regni concordare non possent, dilato in aliud tempus placito singuli ad sua revertuntur; ähnlich Ann. Xant. 843 (über die zugehörigkeit zu 842 Meyer von Knonau 109 n. 287): Praefati tres reges miserunt legatos suos proceres, unusquisque ex parte sua, ut iterum per descriptas mansas aeque tripartirent regnum Francorum: cumque inter illos dissensio facta est .. Auf die Koblenzer verhandlungen beziehen sich wol die worte in Ann. Bert. (Prud.): missis .. de regni portionibus multum diuque consultantibus.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1093c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0842-00-00_1_0_1_1_0_2431_1093c
(Abgerufen am 26.09.2016).