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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Heerfahrt gegen Lothar; Karl zieht über Weissenburg nach Worms (hier schenkt er am 24 febr. dem kloster St. Arnulf, dem sein 'viel geliebter oheim' Drogo vorsteht, die villa Remilly vgl. no 1071; Drogo hatte sich also seiner partei angeschlossen), Ludwig rheinabwärts über Speier. Von Worms schicken sie gesandte an Lothar und zu den Sachsen und beschliessen die ankunft dieser und Karlmanns (des ältesten sohnes Ludwigs d. D.) zwischen Worms und Mainz zu erwarten. In Mainz stosst Karlmann mit einem 'ungeheuren heer' von Baiern und Alamannen zu ihnen, ebenso Bardo (über ihn Wilmanns KU. 1,61), der nach Sachsen geschickt worden war und der zugleich berichtet, dass die Sachsen (die edlinge vgl. no 1084k) Lothars aufgebot zurückgewiesen und bereit seien Ludwigs und Karls befehle auszuführen; Lothar zögert die an ihn abgeordneten gesandten auch nur anzuhören (inconsulte audire distulit, Nithard III, 7, dagegen die parteiischeren Ann. Bert.: legatis eorum a sui praesentia atque conloquio prohibitis) und erregt dadurch den unmut der brüder und ihrer anhänger. Es wird beschlossen ihn anzugreifen. Am 17. märz brechen sie auf; Karl nimmt den beschwerlichen weg per Wasagum (das linksrheinische gebirge; Ann. Xant.: Lud. et Car. per angustum iter asperum Gronneorum, so die hs., in M. G. SS. 2,227 in Groweorum emendirt und idenfalls unrichtig auf Cröv am linken ufer der Mosel 6 meilen nö. Trier gedeutet, Meyer von Knonau 143 vgl. 149,40, der die stelle auf das heer Karlmanns bezieht und Gronau bei Langenschwalbach in Nassau vermutet), Ludwig zieht bis Bingen zu land und schifft sich hier ein, Karlmann marschirt durch den Einrichgau (am rechten Rheinufer vgl. Meyer von Knonau 40). Am nächsten tag um mittag (hora fere diei sexta) vereinigen sie sich in Koblenz; nachdem sie in der Kastorkirche ihre andacht verrichtet, setzen sie sogleich über die Mosel; als dies erzbischof Otgar von Mainz, graf Hatto und Heriold (vgl. no 1084k), denen Lothar die verteidigung des Moselüberganges anvertraut hatte, sehen, ergreifen sie die flucht. Nithard III, 5, 7 (in c. 6 schildert er das innige verhältnis zwischen Ludwig und Karl und die kampfspiele ihrer truppen, unter denen Saxoni, Wasconi, Austrasii, Brittoni genannt werden vgl. Meyer von Knonau 40), Ann. Bert. (Prud.), dürftig Ann. Xant. (selbständige nachricht, dass Ludwig und Karl den Wormsgau verwüsteten, unrichtig die zeitangabe aestivo tempore und dass Lothar bei Koblenz kräftigen widerstand geleistet habe).

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1091b, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0842-00-00_1_0_1_1_0_2414_1091b
(Abgerufen am 27.09.2016).