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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(in secretario basilicae s. Mariae, quae dicitur Lateranis) Bischöfliche synode, welche der kaiser zur reform der kirchlichen disciplin berufen hatte. Dieser bestimmte 3 beratungsgegenstände, nämlich ut ventilentur, sine quo episcopi episcopale munus absque offensione divina ullo modo perficere non possunt, aut quod unumquemque episcopum scire oporteat aut implere nec omnino ignorare absque periculo liceat vel quid etiam ad ornatum s. dei ecclesiae et ministerium sacerdotale pertineat. Demgemäss handeln die synodalbeschlüsse, anknüpfend an die 'gleichsam in vergessenheit geratenen' reformvorschläge von 829 (vgl. no 866) I: De vita episcoporum; II: De doctrina episcoporum (c. 12: wer von Ludwig abfalle oder den treueid verletze, verliert, wenn er kleriker ist, sein amt oder wird, wenn laie, excommunicirt), de vita et doctrina inferiorum ordinum, dazu III: De persona regis filiorumque eius et ministrorum (zum grossen teil der Relatio episc. M. G. Capit. 2,46 oder deren quelle, der Pariser synode, entnommen, neu hier c. 6: vorsorge, dass die bischöfe nicht durch die reformvorschläge in der öffentlichen meinung diskredidirt werden, c. 7: sicherstellung der bischöfe gegen denunciationen, c. 8: wahrung des kirchenguts, c. 17-25, darunter gegen verleihung der klöster an laien und gegen bedrückung der kirchenleute). Ausserdem erlässt die synode eine ausführliche denkschrift an k. Pippin von Aquitanien, um die restitution der in dessen reich eingezogenen kirchengüter zu erwirken (vgl. Visio Caroli Jaffé Bibl. 4,704 und no 931g), nachdem sie schon zwei ihrer mitglieder, die bischöfe Aldrich von Le Mans und Herchinrad von Paris, mit einem diesbezüglichen kürzeren schreiben an ihn abgesandt hatte. Mansi 14,691-734 mit der datirung: VIII id. febr. ind. XIV, a Christi 836, Gregorii p. IX, Lud imp. XXIII. Diesen übereinstimmenden iahresdaten gegenüber erübrigt nichs als in der einreihung des berichtes über diese synode (Imperator episcoporum conventum in Aquis habuit, in quo de s. dei ecclesiis plurimum tractatum est et quid cuique ordine proprio conveniret, patefactum atque descriptum est. Epistola etiam ad Pippinum directa est, ut res ecclesiarum dei pridem a suis invasas atque direptas integritati earum restitueret) zu 837 in Ann. Bert. (Prud.) wie in der chronologisch verworrenen V. Hlud. c. 56 einen irrtum zu erblicken, Simson Ludwig d. Fr. 2,148 n. 2; das gegebene tagesdatum febr. 2 (purificatio b. Mariae) bezieht sich vielleicht auf den einberufungs- oder eröffnungstermin. Nach diesen beiden quellen restituirt Pippin auch das sämmtliche kirchengut und überträgt es urkundlich (scriptionibus anulo suo roboratis) den einzelnen kirchen vgl. auch urk. Pippins 838 apr. 23 B. 2079.

 

Verbesserungen und Zusätze:

über die denkschrift der Aachener synode von 836 an k. Pippin von Aquitanien vgl. N. Arch. 24, 762 n° 206.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 954a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0836-02-06_1_0_1_1_0_2068_954a
(Abgerufen am 27.09.2016).