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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Lagerung des kaisers und seines sohnes Ludwig, Ann. Bert. Genauere ortsangabe V. Hlud. c. 53: propter castrum Blesense, quo Ciza (la Cisse) fluvius Ligeri confluit; Nithard I, 5: iuxta villam, quae Calviacus dicitur; Hincmar De villa Novilliaco: ad villam, quae Caleiacus (Calciacus) dicitur, Chouzy, Loir et Cher arr. Blois cant. Herbault (vgl. dagegen Simson Ludwig d. Fr. 2,112 n. 6). - Eintreffen Pippins, der mit einem heer seinem vater zu hilfe kommt. Ann. Bert., V. Hlud. c. 53 vgl. Thegan 54. - Unterwerfung Lothars: der kaiser entsendet an Lothar, der unfern in drohender stellung lagert, den sächsischen bischof Badarad (von Paderborn), den dux Gebhard (grafen des Lahngaus; der richtige name Gebehard auch in 2 hs. vgl. Dümmler Ostfränk. Reich 2. A. 1,100 n. 2, irrig im druck Gerhard) und seinen verwandten Berengar (vgl. über ihn Simson 1,141 n. 2; 2,26) und lässt ihm entbieten in frieden zu ihm zu kommen, da er ihm volle verzeihung gewähren wolle; Lothar zögert anfangs, verspricht aber dann, da er keinen ausweg sieht (Nithard I, 5: cum nec fugae nec proelii locum videret; V. Hlud. c. 53: infractus viribus), zu seinem vater zu kommen. Dieser empfängt ihn im zelte sitzend, umgeben von seinen getreuen: Lothar, sein schwiegervater Hugo, Matfrit und die andren werfen sich dem kaiser zu füssen, sie bekennen, dass sie sich schwer gegen ihn vergangen. Lothar schwört für sich und die seinen (Nithard I, 5) treue (vgl. Ann. Bert.: ne talia facere aut alicui consentire in postmodum tam ipse quam sui deberent) und gehorsam seinen befehlen, er gelobt in bestimmter frist (Nithard I, 5) nach Italien zu gehen, dort zu bleiben und es ohne des vaters geheiss nicht zu verlassen (vgl. Nithard I, 5: ut sine patris iussione fines Franciae ingredi non praesumeret), sowie gegen des vaters willen sich nicht mehr in die reichsangelegenheiten einzumengen (Nithard I, 5). Dann schwören die übrigen. Der kaiser verleiht Lothar Italien, wie Pippin es unter Karl besessen; den übrigen gewährt er amnestie, er schenkt ihnen leib und leben, belässt ihnen die erbgüter und den besitz mit ausnahme des von ihm selbst geschenkten (vgl. Ann. Bert.: et multis beneficia perdonavit). Ausführlicher Bericht Thegan c. 54, 55, ergänzend Ann. Bert., Nithard I, 5, sehr dürftig V. Hlud. c. 53 vgl. noch Ann. Xant. Fuld., Adonis Chr. M. G. SS. 2,321, Hincmar De villa Novilliaco M. G. SS. 15,1168 mit der nachricht, dass auch graf Donatus (vgl. no 929a) treue geschworen habe und die ihm entzogene grafschaft Melun mit der villa Neuilly vom kaiser an Atho, der einst türwart (ostiarius) k. Karls gewesen, verliehen worden sei. Nithard I, 5 erzählt noch, dass Lothar vor seiner unterwerfung den vergeblichen versuch gemacht habe die Franken nochmals zum abfall von seinem vater zu bewegen; Nithard scheint mir Lothar gegenüber doch nicht unbefangen genug (vgl. Meyer von Knonau Über Nithard 7), dass sich diese nachricht mit solcher bestimmtheit, wie dies Simson 2,111, 112 tut, verwerten liesse; sehr fraglich ist es wol auch, ob Wala an dem friedlichen abschluss bei Blois den hervorragenden anteil gehabt habe, den ihm sein biograph II, 20 M. G. SS. 2,567 zuschreibt. Lothar zieht mit seinen anhängern, denen es freigestellt worden war ihm zu folgen (qui eum sequi maluerunt, Ann. Bert.), unter diesen Hugo, Matfrid, Lantbert, der kaiserliche oberiägermeister Burgarit, der türwart Richard (vgl. V. Hlud. c. 56, Thegan c. 55), Wala (V. Walae II, 20, er erhielt die abtei Bobbio), die bischöfe Jesse von Amiens, Elias von Troyes (V. Hlud. c. 56), Herebold von Auxerre (Flodoard H. Rem. II, 20) und die erzbischöfe Agobard von Lyon, Bernard von Vienne, Bartholomeus von Narbonne (Adonis Chr., Flodoard l. c.), nach Italien; sie zählten zu den bedeutendsten männern Franciens (hi enim erant, quorum recessu dicebatur Francia nobilitate orbata, fortitudine quasi nervis succisis evirata, prudentia his obeuntibus adnullata, V. Hlud. c. 56); hinter ihnen werden die alpenpässe verrammelt. V. Hlud. c. 53, Ann. Bert., Thegan c. 55.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 931d, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0834-00-00_4_0_1_1_0_2027_931d
(Abgerufen am 30.09.2016).