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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(id est rubeus campus iuxta Columbarium, qui deinceps Campus-mentitus vocatur) Lagerung gegenüber seinen söhnen Lothar, Pippin und Ludwig, die mit sehr bedeutenden streitkräften sich hier (nach der genaueren angabe bei Nithard I, 4: iuxta montem Sigwaldi, Sigolsheim nw. Kolmar cant. Kaisersberg, Dümmler Ostfränk. Reich 2. A. 1,77 n. 4, Jan in Zeitschr. f. Gesch. d. Oberrheins N. F. 7,234) vereinigt hatten, Ann. Bert. vgl. Xant. Der name Rotfelth fehlt in der hs. der Ann. Bert. (ed. Waitz 6 n*, Waitz Über die Überlieferung der Ann. Bert., SB. der Berliner Akad. 1883, V, 119), die an dieser stelle eine lücke aufweist, wie auch die worte 'iuxta Columburc, qui deinceps Campus - mentitus vocatur' von dem einen schreiber am rand nachgetragen sind; der auch von Duchesne gegebene name Rotfelth wird indes dadurch zur genüge beglaubigt, dass ihn auch die Berliner hs. der Ann. Mett. bietet, N. Arch. 16,607; literaturangaben über die lokalität Simson Ludwig d. Fr. 1,45 n. 4. Die unterhandlungen bleiben erfolglos, der kaiser schlägt die forderung der söhne (wol die wiederherstellung der erbfolgeordnung von 817) ab, Thegan c. 42 vgl. Ann. Bert.: nullatenus eos (filios) ab eadem pertinacia compescere potuit und V. Walae II, 17 M. G. SS. 2,564: cum nec sic (filii) ullum adsensum obtinere quivissent veniae ... Zeitangabe V. Hlud. c. 40: festivitate s. praecursoris Christi. Als die heere einander kampfbereit gegenüber stehen und schon ein zusammenstoss droht, erscheint der papst im lager des kaisers und findet hier eine weniger ehrenvolle aufnahme, als sich ziemte: in das kaiserliche zelt geführt erklärt er, non se tantum iter ob aliud suscepisse, nisi quia dicebatur, quod inexorabili contra filios discordia laboraret, ideoque pacem in utramque partem serere vellet; er hört die darlegung des kaisers und bleibt einige tage bei ihm, V. Hlud. c. 48, V. Walae II, 17, Thegan c. 42, der, chronologisch hier ungenau, die unterredung einige tage später stattfinden und das zusammensein nur kurz dauern lässt und weiter berichtet, dass der papst dem kaiser reiche geschenke überbracht und von diesem ebenso reiche geschenke durch abt Adalung (wahrscheinlich von St. Vaast, Simson 2,47 n. 5) erhalten habe. Zwischen dem kaiser und dem papst scheint eine verständigung erzielt worden zu sein, denn dieser wird zu den söhnen zurückgesandt mit dem auftrag einen frieden zu vermitteln (die nachricht in V. Walae II, 18, dass der vermittlungsversuch des papstes ganz ohne erfolg geblieben sei, demnach unwahr). Doch unterdes hatte der abfall im kaiserlichen lager von tag zu tag immer weiter um sich gegriffen: 'wie ein wildbach strömte fast alles volk teils durch geschenke verführt, teils durch versprechungen gewonnen, teils durch drohungen erschreckt' ins lager der söhne und es wurde dem papst nicht mehr gestattet zum kaiser, wie ihm von diesem aufgetragen worden war, zurückzukehren, V. Hlud. c. 48. Weitere nachrichten über den für die kaiserliche sache entscheidenden abfall bei Thegan c. 42, der erzählt, dass einige, namentlich solche, welche schon früher (830) dem kaiser gegenüber gestanden waren, zuerst diesen entschluss fassten und die übrigen folgten, so dass der grösste teil das heeres in einer nacht (ebenso V. Walae II, 18, nach dieser quelle in der nacht nach der rückkehr des papstes mit der tendenziösen zutat: sine ullius, quantum rescire potui, persuasione aut exhortatione) zu den söhnen überging und der kaiser am folgenden tag den zurückgebliebenen den rat gab das gleiche zu tun, da er nicht wolle, dass sie seinetwegen sich in gefahr brächten; Ann. Bert: pravis persuasionibus et falsis promissionibus populum, qui cum domno imperatore venerat, deceperunt, ita ut omnes illum dimitterent; nur des kaisers bru der Drogo (von Metz), die bischöfe Modoin (Autun), Wilirich (Bremen), Aldrich (Le Mans) und einige andre bischöfe, äbte und grafen seien beim kaiser zurückgeblieben, während andre, welche die rache der gegner zu fürchten hatten, sich durch die flucht in sicherheit brachten; Nithard I, 4; variis affectionibus populum, ut a patre deficeret, filii compellunt (Karl d. K. ep. ad Nicolaum Bouquet 7,557 schreibt später die schuld geradezu Lothar zu); Ann. Fuld.: imperator a suis desertus ac proditus; Ann. Xant.: ibique leudes imperatoris coniurationes suas postposuerunt relinquentes autem eum solum reversique sunt ad Lotharium, ei fidem iuramentis spoponderunt vgl. Adonis Chr. M. G. SS. 2,321, Narratio cler. Rem. Bouquet 7,277 und Migne 116,17. Das entrüstete rechtsgefühl des volkes gab diesem ort den namen 'lügenfeld' (magnus campus, qui est inter Argentoriam et Basilam, qui usque hodie nominatur Campus-mendacii, ubi plurimorum fidelitas extincta est, Thegan c. 42; locus, qui ab eo, quod ibi gestum est, perpetua est ignominia nominis notatus, ut vocetur Campus-mentitus, V. Hlud. c. 48; Campus-mentitus, Ann. Bert.; Francorum dedecus, Ann. Alam. cont. M. G. SS. 1,49 u. a.), während die partei der söhne (Exauct. Hlud. c. 8 M. G. Capit. 2,55, Agobard Lib. pro filiis II, 2 M. G. SS. 15,277, Jonas De institut. regia d'Achery Spicil. 1,326) mit genugtuung darauf hinwies, dass blutvergiessen verhütet worden sei.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 925c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0833-06-24_1_0_1_1_0_1987_925c
(Abgerufen am 25.09.2016).