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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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schenkt dem von ihm in Sachsen zu ehren des h. Stephan und Veit erbauten kloster Neu-Korvey, dem sein verwandter Warinus als erster bestellter abt vorsteht, eine fischerei in der Weser im gau Wimodia beim weiler Lussum in der grafschaft Abbos, welche, weil mit pfählen, von den einwohnern hocas geheissen, erbaut, mit heidnischem namen hocwar genannt wird und die bisher graf Abbo zu lehen hatte, nebst 32 (ursprünglich triginta illas, das letzte wort korrigirt in duas) familien zum betrieb derselben. Hirminmarus not. adv. Theodonis. *Angebl. or. s. XII Münster (A). Schaten Ann. Paderb. 1,90 ex 2 exempl. mit a. imp. XVIII = Lünig RA. 18,61 = Migne 104,1205; Erhard Reg. Westf. C. d. 1,8 no 7 und Wilmans Kaiserurk. 1,30 aus A. Fälschung; als schreibvorlage diente eine von Heberhard geschriebene urk. Ludwigs d. D., wol iene von 870 sept. 25 (facs. in KU. in Abbild. VII, 10), das protokoll mit modernisirten namen stammt aus einer urk. Ludwigs d. Fr., während die arenga und der einzelne ausdruck (so gentilicio nomine) iüngeres gepräge trägt; dass St. Veit als kirchenpatron, die bezeichnung Warins als 'propinquus noster' und 'primus constitutus abbas' unmöglich ist, haben schon Wilmans 1,32 und Sickel Reg. 344 L 297 bemerkt; in 'hocwar' (vgl. darüber auch Diekamp Westfäl. UB. Suppl. 27 no 195) sieht Wilmans eine gelehrte scholie des 12. iahrh. (angezweifelt von Waitz VG. 2. A. 4,134 n. 1). Die urk. Lothars III von 1134, Wilmans Kaiserurk. 2,284, Stumpf 3292, welche mit übernahme der invokation und teilweise des titels sich auf diese schenkung Ludwigs d. Fr. beruft, ist mindestens sehr zweifelhaft vgl. Scheffer-Boichorst Ann. Patherbr. 197, Wilmans 2,286, Heinemann C. d. Anhalt. 1,168. Gesicherten boden gibt erst die urk. Konrads III 1145, Wilmans 2,294, Stumpf 3497, welche die von k. Ludwig geschenkte und dann dem kloster entfremdete piscatio apud Hugver Korvei verbrieft; auffallend ist nur, dass 'hocwar' hier zum ortsnamen geworden ist. Das stück fügt sich auch etwas schwer ins itinerar; die von Simson Ludwig d. Fr. 2,22 n. 2 geteilte vermutung Böhmers 424, dass diese urk. in den iuli gehöre, entbehrt bei der datirung nach römischem kalender der wahrscheinlichkeit.

Nachträge (1)

Nachtrag von Dieter Rübsamen, eingereicht am 19.10.2015.

Lit.: K. Elmshäuser, Die Corveyer Weserfischerei bei Lüssum : Anmerkungen zu einem angeblichen Diplom Ludwigs des Frommen von 832, in: Bremisches Jahrbuch 86 (2007), S. 15-52.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 900, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0832-06-16_1_0_1_1_0_1943_900
(Abgerufen am 09.12.2016).