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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(in territorio Lemovico) Pippin, der vorladung folge leistend, erscheint vor seinem vater, der ihn über seine eigenmächtige flucht (no 896c) zur rede stellt und ihn nach Francien verweist, quousque sua emendatione patris animum mitigaret. Ann. Bert., doch nur mit der ortsangabe, der kaiser sei von Orléans ad Lemodicas (Limousin) geeilt. Weitere nachrichten in V. Hlud. c. 47: der kaiser sei, um Pippins ratgeber, namentlich Bernhard, der besonderen einfluss auf ihn geübt habe, unschädlich zu machen, mit seinem heer von Orléans nach Jouac (nö. Limoges) gezogen; hier sei untersuchung gepflogen, Bernhard der infidelität beschuldigt und, obgleich kein ankläger sich zum geforderten zweikampf gestellt habe, seiner würden entsetzt, Pippin aber propter morum correctionem pravorum nach Trier verwiesen worden. Nach der unzuverlässigeren angabe Thegans c. 41 soll die verweisung Pippins mit weib und kind nach Francien in der stadt Limoges erfolgt sein. Die verweisung Pippins war zugleich seine enttronung (Pippinum filium regno privavit, Ann. Fuld.); Aquitanien wird an Karl verliehen, diesem vom anhang des kaisers der treueid geleistet: Aquitania Pippino dempta Karolo datur et in eius obsequio primatus populi, qui cum patre sentiebat, iurat, Nithard I, 4 vgl. 8 und V. Hlud. c. 47: Et tunc quidem imperator inter filios suos Hlotharium atque Karolum quandam divisionem regni constituit, quae tamen, ingruentibus impedimentis quae dicenda sunt, pro voto minime cessit; man nimmt an, dass diese teilung an der weigerung Lothars gescheitert sei, Funck Ludwig d. Fr. 263, Simson Ludwig d. Fr. 2,27 n. 1,32. Die meldung der Ann. Xant. 832 (vgl. 831): imperator ad Hispaniam capere filium suum Pippinum, sed non potuit, wol insoweit richtig, als die entfernung Pippins (vgl. V. Walae II, 13; super quem manus mittere decreverant), um Aquitanien Karl geben zu können, der zweck dieser heerfahrt war. Die leitung der spanischen mark wurde wahrscheinlich dem grafen Berengar von Toulouse, einem verwandten des kaisers übertragen, V. Hlud. c. 57 vgl. Simson 2,26, 141. Den conventus generalis in pal. Jogentiaco in Lemovicino erwähnt auch der interpolator Ademars (s. XII) Hist. III, 16 M. G. SS. 4,119 mit der anderweitig nicht verbürgten nachricht, dass der kaiser im okt. die basilica Salvatoris weihen liess und der leib des h. Martial erhoben wurde (vgl. no 908), und der irrigen iahresangabe 830. Wahrscheinlich in Jouac (in territorio Limodiae in palatio in Cadrio monte, ein Cars com. Ambazac allerdings in der nähe nö. von Jouac, doch hier war kaum ie eine pfalz) erscheint auch abt Conwoin von Redon vor dem kaiser, um dessen hilfe für sein kloster zu erbitten, wird aber auf betreiben des grafen Ricowin (von Poitiers) und des bischofs Rainarius (Vannes) barsch abgewiesen, V. s. Conwoionis I, 9 M. G. SS. 15,456. Nach den Mir. s. Martialis II. 6 M. G. SS. 15,282 hauste das fränkische heer, das sich bis zur stadt Limoges ausbreitete, arg in diesen gegenden, während der kaiser in Jouac (Geguntiaco pal.) hof hielt. Wie es scheint, ist auch auf diesen heerzug (Simson 2,24 n. 7) die erzählung von verwüstungen der güter des klosters St. Benoit an der Loire (bei Orléans) zu beziehen, Adrevaldi Mir. s. Benedicti c. 27 M. G. SS. 15,491.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 906b, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0832-00-00_1_0_1_1_0_1952_906b
(Abgerufen am 27.09.2016).