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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Entsendung Lothars mit bedeutenden fränkischen truppen in die spanische mark. Dieser macht in Lyon halt, um nachrichten über den einmarsch der Sarazenen zu erwarten. Unterdes kommt Pippin zu ihm nach Lyon. Als Lothar erfährt, dass der mark keine gefahr von den Sarazenen drohe, kehrt er zu seinem vater nach Achen, Pippin nach Aquitanien zurück. Ann. r. Franc. (Einh.) vgl. V. Hlud. c. 42. - K. Ludwig wird mit einem heer gegen die Bulgaren (vgl. no 841b) gesandt. Ann. Fuld. 828 ed. Kurze 25. Nähere nachrichten fehlen; ob die nachricht der verlornen Fuldaer briefsammlung, Forschungen 5,375 no IV vgl. 391, die mönche hätten pro rege Francorum, qui in Bulgariam susceperat expeditionem, während der fastenzeit viel gebetet, auf diese heerfahrt zu beziehen sei, scheint mir sehr fraglich, da Ludwig mit seiner gemahlin im mai, zweifelsohne aus Francien vgl. no 844a nach Baiern zurückkehrt, Meichelbeck H. Frising. 1b,271 no 514, nach ienem brief, wenn das excerpt genau ist, aber der feldzug etwa in den märz fallen müsste. Der erfolg dieser wahrscheinlich im sommer unternommenen heerfahrt war iedenfalls kein nachhaltiger, 829 fahren die Bulgaren wieder die Drau herauf und stecken einige zum fränkischen reich gehörige uferortschaften in brand, Ann. Fuld. - Voreiliger bruch der zugesicherten waffenruhe durch Heriold (vgl. no 841a), der einige ortschaften der Normannen niederbrennt, als man eben im begriffe war mit den Dänen an der grenze die unterhandlungen tam de foedere inter illos et Francos confirmando quam de Herioldi rebus zu eröffnen und zu diesen unterhandlungen fast alle sächsischen grafen mit den markgrafen erschienen waren. Auf die nachricht vom friedensbruch Heriolds dringen die söhne Godofrids mit schnell gesammelten truppen in die mark (erste bestimmte erwähnung derselben) ein, greifen unvermutet die in ripa Aegidorae (wahrscheinlich an der Treene, damals noch nebenfluss der Eider, oder ein noch nördlicherer wasserlauf, Waitz Heinrich I n. bearb. 266) lagernden Franken an, iagen sie in die flucht, plündern ihr lager und ziehen sich dann wieder zurück. Um der rache dafür zuvorzukommen, ordnen sie eine gesandtschaft an den kaiser ab, um zu erklären, dass sie nur unfreiwillig und aus notwehr dies getan hätten und im interesse eines festen friedens zu einer vom kaiser zu bestimmenden genugtuung bereit seien. Ann. r. Franc. (Einh.) vgl. V. Hlud. c. 42 mit dem zusatz: quibus pro voto et petitione imperator annuit; ungenau Ann. Fuld.: foedus cum Nordmannis factum per negligentiam ruptum. - Streifzug des grafen Bonifacius (von Tuscien), dem der schutz der insel Corsica anvertraut war, seines bruders Berehar und einiger tuscischer grafen; sie umschiffen mit einer kleinen flotte Corsica und Sardinien und segeln, als sie hier keine piraten finden, nach Afrika; sie landen zwischen Utica und Kartago, greifen die rasch zusammen strömende 'unzählbare' menge an, schlagen sie 'quinquies vel eo amplius' in die flucht und ziehen sich nach niedermetzelung einer 'grossen menge' und mit sehr geringen eignen verlusten auf ihre schiffe zurück; dieser glückliche handstreich soll den Afrikanern, 'ungeheure' furcht eingeiagt haben. Ann. r. Franc. (Einh.) vgl. V. Hlud. c. 42 mit dem zusatz: Sardorum iusulam amicorum, indeque aliquos gnaros itineris marini sibi assumens.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 852e, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0828-00-00_3_0_1_1_0_1858_852e
(Abgerufen am 03.12.2016).