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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(Suessionis in monasterio s. Medardi et Sebastiani mart.) Ludwig schenkt dem kloster St. Medard in Soissons, wohin er gekommen war, um den durch die bemühung des abts Hilduin, seines erzkaplans, mit genehmigung des papstes Eugen von Rom übertragenen leib des h. Sebastian zu verehren, das kloster Choisy im gau Noyon am fluss Aisne mit der bedingung, dass dasselbe nicht zu lehen gegeben werden dürfe und dort eine genügende anzahl mönche unterhalten werde. A. 821 ind. V. K. s. XVII in Coll. Clairambault 561 ohne datirung; Coll. Bouhier 26 unvollständig, beide ex ch., Paris bibl. nat. Mabillon Acta 5 praef. 112 ohne datirung = Bouquet 6,539 = Migne 104,1133; *Gallia christ. 2. ed. 10b,95 e ch. s. Med; erwähnt in Odilonis Transl. s. Sebast c. 43 Mabillon Acta 5,387, M. G. SS. 15,388, vgl. die notiz im Chr. s. Medardi Bouquet 6,240 n. e. Fälschung (vgl. auch Sickel Reg. 422), für welche die annahme bedeutender verunechtung und überarbeitung, wie sie alle in diesem chartular überlieferten urkunden aufweisen, nicht mehr ausreichen würde; aus echter vorlage, wenn auch für Ludwig allein, das eingangsprotokoll und die korroboration (vgl. no 839, 843, Sickel UL. 200); was vom ganzen recht ungeschickt gemachten text an echtes formular anklingt (pertinenz-, übertragungsformel), kann ebenso gut aus einer späteren urk. stammen; die datirung ist erfunden;. der besitz von Choisy ist indes durch die urk. Karls d. K. Tardif 135 no 212 vgl. urk. Odos B. 1892 beglaubigt. Da der um 930 schreibende Odilo diese fälschung, allerdings mit einer bannandrohung, welche sich hier nicht findet, bereits erwähnt (abbatiam Cantiacum dedit et praecepto regiae auctoritatis, ne a quolibet temerario abriperetur, cam obtestatione et anathematis innodatione anuli sui impressione signato roboravit, M. G. SS. 15,388), ist die fälschung zu beginn des 10. iahrh. gefertigt, wol zu dem zweck den besuch des kaisers im kloster urkundlich zu beglaubigen. Die übertragung der reliquien des h. Sebastian erfolgt 826, Ann. r. Franc. (Einh.) vgl. V. Hlud. c. 40, und nach dieser quelle wimmelt es sogleich von wundern; ist es an sich wahrscheinlich, dass der fromme kaiser auch St. Medard besuchte, als er sich längere zeit in dieser gegend aufhielt, so halte ich diesen besuch auch durch die angaben Odilos trotz sagenhafter und erdichteter details, welche dessen schrift bringt (vgl. auch desselben Narratio de adventu corp. ss. Tiburtii, Marcellini, Petri et aliorum, Bouquet 6,319), für genug belaubigt, allerdings für zu wenig, um sie in verbindung mit der datirung dieses stückes hier ins itinerar aufzunehmen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 842, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0827-08-04_1_0_1_1_0_1839_842
(Abgerufen am 26.04.2017).