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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(apud s. Albanum) Taufe Heriolds, seiner gemahlin, seines sohnes und gefolges (wahrscheinlich am 24. iuni, Simson Ludwig d. Fr. 1,259); der kaiser hebt Heriold aus der taufe, die kaiserin Judith dessen gemahlin, Lothar dessen sohn, fränkische grosse die leute des gefolges; die täuflinge werden reich beschenkt. Ann. r. Franc. (Einh.) vgl. V. Hlud. c. 40, Ermoldus Nig. IV, 357 f. (schilderung des kirchganges: zur rechten des kaisers schreitet der erzkaplan Hilduin, zur linken Helisachar, vor ihm der kleine prinz Karl, hinter ihm der obertürwart Gerung; ihm folgen Lothar mit Heriold, die kaiserin Judith geleitet von den grafen Matfrid und Hugo, Heriolds gemahlin, Fridugis mit seinen schülern), Thegan c. 33 (mit der irrigen angabe, dass die taufe in Ingelheim stattgefunden habe), Ann. Xant. (mit der nachricht, dass mehr als 400 leute beiderlei geschlechtes getauft worden seien), V. s. Anskarii c. 7; ortsangabe auch Ann. Bert. 852. Nach dem gottesdienst ist festmahl (von hofchargen werden genannt der princeps pistorum Petrus, coquorum Gunzo, der obermundschenk Otho), am folgenden tag iagd auf der Rheininsel, Ermoldus Nig. IV, 467 f. An diese schilderung knüpft der dichter - mindestens in der motivirung erdichtend - die nachricht, dass Heriold Ludwig gehuldigt (IV, 601: Mox manibus iunctis regi se tradidit ultro Et secum regnum, quod sibi iure fuit. Junguntur Francis Denica regna piis) und dieser ihm der sitte gemäss dann pferd und waffen gegeben habe; Heriold hatte schon 814 gehuldigt (no 528a), für eine neue huldigung fände sich immerhin eine erklärung, Simson 1,262. Der kaiser verleiht ihm die grafschaft Hriustri (am linken ufer der Wesermündung, Förstemann Ortsnamen 839) in Friesland, ut in eum se cum rebus suis, si necessitas exigeret, recipere potuisset, Ann. r. Franc. (Einh.) vgl. V. Hlud. c. 40 (verens imperator, ne ob tale factum negaretur ei habitatio soli naturalis, dedit ei ..), Thegan c. 33 (magnam partem Fresonum dedit ei), irrtümlich V. s. Anskarii c. 8: ultra Albiam beneficium vgl. dazu Simson 1,262 n. 6; Ermoldus Nig. IV, 614 spricht von loca vinifera. Zugleich wird die christianisirung Dänemarks ins auge gefasst: bei den darüber gepflogenen beratungen schlägt Wala, als nachfolger seines bruders Adalhard abt von Corbie, den Korveyer mönch Anskar vor; dieser erklärt sich nach einigen bedenken vor dem kaiser zur übernahme der mission bereit und begleitet mit Autbert, einem mönch aus Corbie, Heriold, als dieser zu schiff in seine heimat zurückkehrt, V. s. Anskarii c. 7, 8. Nach Thegan c. 33 wird Heriold von königsboten geleitet, nach Ermoldus Nig. IV, 626 soll er erst im spätherbst aufgebrochen sein; dessen reiseroute (Köln, Duurstede, vicinia Frisonum, ad confinia Danorum, ungenau Ann. r. Franc.: per Frisiam) gibt V. s. Anskarii c. 8. Einen schwank von den Dänen, die sich dann fleissig taufen liessen, um die schönen patengeschenke zu erhalten, erzählt der Mon. Sangall. c. 19 Jaffé Bibl. 4,697.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 830a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0826-00-00_1_0_1_1_0_1818_830a
(Abgerufen am 10.12.2016).