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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Reichsversammlung. Auf derselben kommt die von Agobard (vgl. no 758a) angeregte frage der restitution des kirchenguts, doch ohne iedweden praktischen erfolg, zur sprache; man einigt sich dahin, ut primum quidem intellectibus omnium inculcarentur delicta de rebus sacris inlicite usis, post vero cum dei timore in illis quas habent laici cautiores effecti, etiam in bis quae remanserunt fideliores atque clementiores existerent, ita ut et suis adhiberent pietatem, ut et ecclesiis defensionem. Agobard De dispens. rerum eccl. c. 5 Migne 104,230, Bouquet 6,362. In no 784 nur die allgemeine formel: cum propter quasdam s. dei ecclesiae ac regni ac populi nostri utilitates et necessitates ordinandas ac disponendas in Compendio pal. nostro pervenissemus. - Bericht der nach Rom abgeordneten gesandten (vgl. no 778a): sie hätten den tatbestand nicht feststellen können, da papst Paschal (der untersuchung zuvorkommend) mit einer grossen zahl von bischöfen durch einen eid sich von ieder mitschuld an iener tat gereinigt, die mörder als dienstleute des h. Petrus eifrig in schutz genommen und die ermordeten als maiestätsverbrecher, welche mit recht getödtet worden seien, verdammt habe; der papst hatte zugleich den bischof Johannes von Selva candida, den bibliothekar Sergius, den subdiakon Quirinus und den magister militum Leo an den kaiser gesandt. Als der kaiser vom eid des papstes und dessen entschuldigung gehört, entlässt er die römischen gesandten mit entsprechender antwort nihil sibi ultra in hoc negotio faciendum ratus. Ann. r. Franc. (Einh.) vgl. V. Hlud. c. 37: occisorum vindictam ultra persequi non valens, quamquam multum volens, ab inquisitione huiuscemodi cessandum existimavit. Nach Thegan c. 30 leistete der papst den reinigungseid in Lateranensi patriarchio coram legatis et populo Romano cum episcopis 34 et presbyteris et diaconibus 5. - Der Abodriten fürst Ceadragus leistet der ladung (no 771a) folge und erscheint mit einigen seiner grossen in Compiègne; er rechtfertigt die iahrelange verzögerung seines erscheinens mit nicht unwahrscheinlichen gründen; obwol er in einigen punkten schuldig erscheint, wird er in anbetracht der verdienste seiner vorfahren nicht nur ungestraft, sondern auch beschenkt in sein reich entlassen. Ann. r. Franc. (Einh.). - Auch der Dänenkönig Hariold war erschienen, um hilfe gegen die söhne Godofrids, welche ihn aus dem reich zu vertreiben drohten (vgl. no 766a), zu erbitten; vor ihm waren schon die kaiserlichen gesandten, die grafen Theotar und Hruodmund, eingetroffen, welche, ob Harioldi causam diligentius explorandam nach Dänemark gesandt, die sache der söhne Godofrids und den zustand des ganzen Normannenreichs genau untersucht hatten und nun dem kaiser bericht erstatteten. Mit ihnen kehrte erzbischof Ebo von Reims zurück, der auf rat des kaisers und mit ermächtigung des papstes (mit bischof Wilderich von Bremen, Ann. Xant.) als missionär zu den Dänen gegangen war und in diesem sommer viele Dänen getauft hatte. Ann. r. Franc. (Einh.); über Ebos missionstätigkeit auch Ermoldus Nig. IV, 1 f, V. s. Anskarii c. 13 M. G. SS. 2,699 (darnach mit tendenziöser färbung Adami G. Hammaburg. pont. I, 17 ib. 7,291), Flodoard H. Rem. II, 19 M. G. SS. 13, 471 (aus Ann. r. Franc.), das geleitschreiben des papstes Jaffé Reg. pont. 2. ed. no 2553 (über die Ebo betreffende stelle Koppmann Die ältesten Urk. des Erzbisthums Hamburg-Bremen 15) vgl. Simson Ludwig d. Fr. 1,207 f. Der kaiser schenkt Ebo den ort Welaneo (Münsterdorf bei Itzehoe) ienseits der Elbe, ut, quotiens in illas partes pergeret, locum subsistendi ibi haberet, V. s. Anskarii c. 13. - Die Ann. r. Franc. (Einh.) vgl. V. Hlud. c. 37 und Ann. s. Emmer. berichten noch zu diesem iahr von allgemeinen kalamitäten: hagel, gewitter, meteoren, grosser pestilenz im ganzen Frankenreich, grosser kälte.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 783a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0823-11-01_1_0_1_1_0_1744_783a
(Abgerufen am 28.09.2016).