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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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bestätigt der kirche von Passau auf bitte des bischofs Reginhar nach inquisitorischer feststellung des sachverhalts den von seinem vater nach unterwerfung und christianisirung des Hunenreiches geschenkten und vom grafen Godofred widerrechtlich beanspruchten besitz, nämlich Treisma (wahrscheinlich nicht Traismauer, sondern Treisima civ. mon. s. Yppoliti = St Pölten, wo Passau nach dem placitum von 983-991 M. B. 28b,87 unter bischof Adalbert 946-970 besitz hatte, ein hof Treisma = Traismauer ist besitz von Salzburg, Conv. Bag. c. 10 M. G. SS. 11,11; ad Trigisimam in urk. Ludwigs d. D. 860 nov. 20), die Wachau (Passau erhält hier unter Ludwig d. D. einige weingärten, bestätigung Ottos I und II 972 okt. 18 M. G. DD. 1,577; 2,36 vgl. urk. Ludwigs d. D. für Altaich 830 okt. 6), Bielach, Naarn (vgl. die synode von Mistelbach c. 985 M. B. 28b,89), Ried, Aschbach, Wolffeswanch (geschenkt erst 903 M. B. 28b,202), Erlaf, ie 2 basiliken zu Ardagger und Saxen und die von seinem vater Karl d. Gr. geschenkte zelle St. Florian (vgl. urk. Ludwigs IV 901 ian. 19) mit Linz (hier besass Passau schon 799 die Martinskapelle, welche früher Rodland, kaplan Karls d. Gr., zu lehen gehabt hatte, M. B. 28b,36). Simeon diac. adv. Fridugisi abb. Cod. Lonstorf. s. XIII f. 65 (A). Stülz St. Florian 204 = UB. des Landes o. d. Enns 2,9. Protokoll echt, formell echt auch der text der urk.; publikationsformel und der beginn der narratio finden einen beleg in der eigens stilisirten urk. für Korvey no 779, die formel der petitio kanzleigemäss, von 'quod ita et nos fecisse' an fast = urk. für Strassburg no 627 (iure ecciesiastico auch in no 785), der satz über das ergebnis der inquisition verstümmelt. Lässt sich Passauer besitz an den genannten orten für diese zeit auch nicht nachweisen, so liegt doch auch ausser bei dem ietzt verschollenen ort Wolfeswang zwischen Url und Enns kein bestimmter gegenbeweis vor; dieser wird von Arnulf (deperd.) an den Passauer chorbischof Madalwin geschenkt und war damals im norden von einer marca s. Stephani (Passau) begrenzt, M. B. 28b, 202, Passau hatte also früher schon hier anliegenden besitz. So glaube ich die urk. in dieser fassung auch inhaltlich als im wesentlichen echt betrachten zu dürfen, umso mehr als bestimmt angenommen werden darf, dass Passau als diöcesankirche nach gewinnung dieses landes nicht weniger reichlich bedacht wurde als die übrigen kirchen und die genannten orte und landstrecken teils nachweislich zuerst von den Deutschen besiedelt wurden, teils durch ihre lage für erste besiedlung besonders geeignet sind. Auf grundlage dieser urk. wurde eine andre urk. gefälscht (Lazius De migrat. 274 extr. = Hansiz 1,155; Buchinger 2,843 aus dem angebl. or. = Hormayr Wien 2c UB. 183 = Boczek C. d. Moraviae 1,12 = Fejér C. d. Hung. 1,155; M. B. 30,381 aus dem angebl. or. = UB. des Landes o. d. Enns 2,8; regest schon Aventin Ann. IV, 4 p. 296 wahrscheinlich aus der beiden älteren Passauer ch., wo die urk. f. 4 und f. 36 eingetragen ist, Bruschius De Laureaco 77,81, Hund 115 = Hund-Gewold 1,293 2. ed. 195, Öfele SS. 1,703 e schedis Aventini), welche die orte Litaha iuxta fontem Sconibrunno (Schönabrunn a. d. Leitha s. Haimburg), wie Theoderich diesen besitz innegehabt (erst von Ludwig d. D. 833 märz 4 M. B. 31,70 geschenkt) und Zeisselmauer in terra Hunorum (die grenzbestimmung aus dem placitum von c. 983-991 M. B. 28b,87) einschaltet, dafür aber die auch in der kürzeren fassung formell nur locker eingefügte zelle St. Florian mit Linz weglässt und nebst unzulässigem bericht über die revindicirung dieses besitzes noch die angabe enthält, die schenkung Karls d. Gr. sei unter bischof Waldarich (774-804) erfolgt; die rekognition: Simeon diac. et canc. adv. Fridugisi archicap. wie die datirung mit interpolirtem a. inc. 823 aus der echten vorlage. Erhalten in 2 angebl. or., von denen das eine mit einem unechten siegel Ludwigs d. D. (gefertigt nach dem gemmensiegel) versehen ist, beide geschrieben von einem schreiber der kanzlei Ottos II, der auch die übrigen fälschungen für Passau (no 299, urk. Arnolfs 898 sept. 9) anfertigte, nachweis von Uhlirz in Mittheil. des Instituts f. öst. GF. 3, 187 (mit der irrigen angabe, dass das siegel echt ist), 211 vgl. noch für die ältere kritik Dümmler Sudöstl. Marken im Archiv f. Kunde öst. GQ. 10,76, Sickel Reg. 325 L 200.

 

Verbesserungen und Zusätze:

die echtheit auch der kürzeren fassung bestreitet Strnadt in der Archival. Zeitschr. NF. 8 (1899), 77 ; 9 (l 900), 280. — Die liste der fälschungen des kanzleischreibers Ottos II (WC), von dem die beiden angeblichen orr. der längeren fassung herrühren, ist nun noch durch Mühlbachers nachweis der unechtheit von n° 1994 und 2044 vermehrt worden, vgl. dort.

Nachträge (1)

Nachtrag von Dieter Rübsamen, eingereicht am 22.09.2015.

Lit.: E. Klebel, Zur Kritik der Urkunde Ludwigs des Frommen für Passau vom 28. 6. 823, in: Archivalische Zeitschrift 50/51 (1955), S. 319-327.

F.-R. Erkens, Ludwigs des Frommen Urkunde vom 28. Juni 823 für Passau (BM2 778), in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 42 (1986), S. 86-117.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 778, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0823-06-28_1_0_1_1_0_1735_778
(Abgerufen am 11.12.2016).