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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Verschwörung gegen Ludwig, um diesen zu enttronen: nuntiatum est ei (Lud.) Bernardum, Italiae regem, tyrannidem meditatum, Ann. r. Franc. (Einh.) vgl. V. Hlud. c. 29. Voluit in imperatorem et filios eins insurgere et per tyrannidem imperium usurpare, Chr. Moiss. Extollens se adversus patruelem suum voluit eum a regno expellere, Thegan c. 22. Rebellis effectus, Pauli cont. in M. G. SS. Lang. 203. Vgl. auch Ann. r. Franc. (Einh.) 821: qui cum Bernhardo in Italia contra caput et regnum suum coniuraverunt, Theodulfi Carm. 71 M. G. Poetae l. 1,562, urk. Ludwigs d. Fr. für Aming no 748. Die quellen berichten, dass Bernhard durch seine ratgeber (quorundam pravorum hominum consilio, Ann. r. Franc. (Einh.); per exhortationem malorum hominum, Thegan c. 22) dazu verleitet worden sei; als häupter der verschwörung (coniurationis principes, Ann. r. Franc. (Einh.); exhortatores, Thegan) werden genannt Eggideo, des königs vertrautester freund (vgl. Chr. Moiss.: cum Achiteo comite, qui auctor consilii mali fuerat; er wird 811 als herzog von Camerino vgl. Dümmler Ostfrank. Reich 2. A. 3, 17 n. 2, 814 als beisitzer im gericht des königsboten Adalhard genannt, Reg. di Farfa 2,221, 170 no 284, 224), der kämmerer Reginhard (praepositus camerae regalis, V. Hlud. c. 29), Reginhar, der sohn des grafen Meginhar, dessen grossvater Hadrad sich einst gegen Karl d. Gr. verschworen hatte (785 vgl. no 270c), früher pfalzgraf des kaisers (wol Ludwigs); ihnen hatten sich viele angesehene und edle männer angeschlossen (multi praeclari et nobiles viri, Ann. r. Franc. (Einh.); quam plures clerici seu laici, V. Hlud. c. 29, in der urk. no 748 wird officiell allerdings nur von aliqui ex sibi subiectis gesprochen, ähnlich Thegan c. 22: nonnulli ex utrisque Francorum et Langobardorum), unter diesen die bischöfe Anselm von Mailand, Wolfold von Cremona und Theodulf von Orléans, Ann. r. Franc. (Einh.) vgl. V. Hlud. c. 29, Thegan c. 22, Chr. Moiss., Ann. s. Emmer. (Pernh. rex carmalum levavit vgl. dazu Simson Ludwig d. Fr. 1,115 n. 1), Lauriss. min.; von den andren teilnehmern sind nur noch die namen Aming, no 748, und Ardulf, urk. Ludwigs d. Fr. 819 febr. 17 no 682 vgl. Mittheil. des Instituts f. öst. GF. 1,268 überliefert. Als ursache dieser verschwörung bezeichnet das Chr. Moiss. die erhebung Lothars zum mitkaiser, wie auch in der Divisio imp. 817 iuli, M. G. Capit. 1,270, Bernhards nicht gedacht wird. Dem kaiser kommt durch den bischof Rathald von Verona und Suppo (grafen von Brescia) kunde von der verschwörung zu, V. Hlud. c. 29; es heisst, dass die zugänge nach Italien, die klusen, mit starken besatzungen versehen worden seien und alle städte Italiens sich dem aufstand angeschlossen hätten, nachrichten, die sich nur zum teil bewahrheiten, Ann. r. Franc. (Einh.). Der kaiser lässt unverzüglich durch die königsboten (der aufgebotbrief an den bischof Frothar von Toul als ep. Froth. 25 Bouquet 6,395) den heerbann in Gallien und Germanien aufbieten; es gelingt die pässe nach Italien zu besetzen (Chr. Moiss.), während der kaiser mit dem hauptheer nach Châlon s. S. vorrückt. Bernhard verzweifelt an seiner sache, der abfall lichtet immer mehr die reihen seiner anhänger; er legt die waffen ab und erscheint vor dem kaiser. Ann. r. Franc. (Einh.) vgl. V. Hlud. c. 29, Chr. Moiss. (mit der abweichenden nachricht, dass Bernhard und seine ratgeber von den vortruppen gefangen genommen und vor Ludwig gebracht worden seien), Thegan c. 22. In Luccaer urk. erscheint Bernhards name zuletzt 817 aug. 12, Mem. di Lucca 5b,250 vgl. Reg. di Farfa 2,190, 192 no 248, 249, 252; in den unmittelbar folgenden urk. von 818 märz 8, 10, 15, Mem. di Lucca 5b,251; IV, 2,20; IV, 2b,26, wird sein name nicht mehr genannt, sondern nur nach den iahren Ludwigs gezählt, ebenso in einer gerichtsurk. von 818 apr. 1, Tiraboschi Nonantula 2,39 vgl. Mittheil. des Instituts f. öst. GF. 2,301.

 

Verbesserungen und Zusätze:

der aufgebotbrief an den bischof Frothar von Toul jetzt auch gedr. MG. Ep. 5, 277 n° 2, vgl. nachtr. Mühlbachers zu n° 474.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 515l, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0817-00-00_1_0_1_1_0_1325_515l
(Abgerufen am 04.12.2016).