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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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bestätigt dem kloster St. Martin (in Tours) und dessen besitzungen in Austrien, Neustrien, Burgund, Aquitanien, Provence, Italien [und dem aus klostergut gestifteten kloster Cormery] auf bitte des abts Fredegis laut der vorgelegten urkunden der alten Frankenkönige, seines grossvaters Pippin (deperd.) und seines vaters k. Karl (no 358, 250) die bisher unverletzt bewahrte immunität mit königschutz (busse 600 solidi) und befiehlt etwa entrissenes gut dahin zurückzustellen. Helisachar rec. Ind. X. K. s. XVII in coll. Ashburnham Florenz bibl. Laur., Coll. Dupuy 657, Baluze 76 u. a. Paris bibl. nat., sämmtlich aus der pancarta nigra ohne den im regest eingeklammerten zusatz betr. Cormerys; k. von Duchesne in Coll. Baluze 47, in CL. 11897, Paris bibl. nat. aus der pancarta alia mit dem zusatz betr. Cormerys, die angaben Mabilles Pancarte noire 55 no 4,76 no 27 ungenau, *M. G. Dopsch. Baluze Capit. 2,1412 ex ch. s. Mart. (pancarta alia mit dem zusatz betr. Cormerys) = Le Cointe 7,474 mit emend. a. imp. IV = Mansi 18,937 = Migne 104,1040 - Bourassé Cart. de Cormery 14; *Martene Coll. 1,63 ex ch. (panc. nigra ohne den zusatz betr. Cormery) = Bouquet 6,506 = Migne 104,1067; Gallia christ. 14b,9 e schedis Baluzii; als formel (form. imp. 29) Carpentier Alphabetum Tir. 33 no 13 = Bouquet 6,639; Rozière Formules 1,32 no 24, Schmitz M. tachygr. 1,21, M. G. Form. 307. Vorlage no 358 = 250, überarbeitet vgl. Sickel Beitr. III Wiener SB. 47,229, UL. 118 n. 4. Da der auch in form. imp. 29 und no 649 fehlende zusatz betr. Cormerys sich nur in der iüngeren pancarta alia fand, die abschrift der panc. nigra war, ist er offenbar interpolirt; Sickel Reg. 446 L 97 ist geneigt zur erklärung dieser abweichung an mehrfache ausfertigung des or. zu denken. Die noch schwankende angabe Mabillons Ann. 2,440, Dipl. suppl. 47, dass das or. dieser urk. ausser mit einem wachssiegel noch mit einer goldbulle versehen war, hat bereits Sickel Reg. 236 als unzuverlässig erklärt; dagegen gibt Baluze, der im winter 1711 die urk. von St. Martin bearbeitete, eine genaue beschreibung und abbildung der goldbulle, welche dieses stück trug (Coll. 76 f. 27 vgl. Grandmaison, Les bulles d'or de St. Martin de Tours in Mélanges Julien Havet, Paris 1895, p. 111, die abbildung p. 114), ebenso die übereinstimmende beschreibung in einer k. s. XVII ex. in CL. 12683 f. 62, 64, die aus dem or. noch regest und eschatokoll bietet; nach P. Carreau (+ 1708) war auch die urk. Ludwigs d. Fr. für St. Martin 831 nov. 4 mit der goldbulle ausgestattet und auch eine urk. k. Franz I von 1517 bezeugt die goldbulle Ludwigs d. Fr., Mélanges Julien Havet 127, 124. Grandmaison nimmt daher auch die echtheit dieser goldbulle an. Ausser zweifel steht nach diesen angaben, nur, dass diese urk. mit einer goldbulle auf den namen Ludwigs d. Fr. ausgestattet war. Aber ebenso zweifellos war diese goldbulle gefälscht; abgesehen davon, dass bullen für die zeit Ludwigs d. Fr. absolut unerweisbar und für die frühere Karolingerzeit überhaupt unzulässig sind, Sickel UL. 196, dass die spätere Karolingerzeit nur bleibullen kennt und die goldbulle einer bedeutend späteren zeit angehört, Bresslau UL. 1,938, erweist auch die bildliche darstellung der aversseite die unechtheit der bullen Ludwigs d. Fr. und Karls d. K. (abbild. Mélanges Julien Havet 114) zur genüge; die darstellung en face ist für diese zeit einfach unmöglich, das 9. iahrh. kennt nur nach antikem muster die darstellung en profil.

 

Verbesserungen und Zusätze:

zur fassung vgl. auch Stengel im N. Arch. 29, 384.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 629, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0816-08-30_2_0_1_1_0_1518_629
(Abgerufen am 26.09.2016).