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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Kapitulare: c. 1. gerichtliches verfahren bei klagen um freiheit der per cartulam freigelassenen: producirung des freilassers oder der zeugen der freilassung oder von 2 vom selben kanzler unterfertigten urkunden für den echtheitsbeweis. 2. berechtigung des vasallen zum verlassen seines herrn beim versuch der knechtung, nachstellung nach dem leben, ehebruch mit der frau des vasallen, bedrohung des lebens mit gezücktem schwert, verweigerung des möglichen schutzes (vgl. no 480 c. 16). 'Si quis per cartulam'. Hs. s. IX-XI, Boretius Capitularien 98. M. G. LL. 1,196 = Migne 97,393 zu 816; *M. G. Capit. 1,215 c. 7, 8 unter den Capit. Karolo M. adscripta; c. 1 bei Ansegis III, 43 wie in 2 hs. unter den gesetzen Karls d. Gr., im Lib. Pap. Lud. c. 5 (6) wie in 2 andren hs. vgl. C. d. Cav. 4b,30 unter ienen Ludwigs d. Fr. Zugehörigkeit zu Ludwig d. Fr. wie die zusammengehörigkeit der beiden kapitel fraglich, um so fraglicher die einreihung zu 816, Boretius Capitularien 98. - Boretius veröffentlicht M. G. LL. 4, LI und M. G. Capit. 1,185 c. 1-4 aus einer vatikanischen hs. (Christ. 263), deren letzter dem 10. iahrh. angehöriger teil kapitularienfragmente enthält, ein kapitulare mit der überschrift: Incipit statuta d. Lodoicus glor. imp. primum de ecclesiis: c. 1. restitution der taufkirchen. 2. inquisitionsrecht der kirchen (vgl. Sohm Gerichtsverfassung 1,168 n. 92). 3, 4. ablieferung der vollen zehnten, bussen: zuerst 6 sol., dann königsbann, 6 sol. an den priester und kommunion ausserhalb der kirche, endlich exil und konfiskation des vermögens. 5. = no 413 c. 11. 6. = kapit. Widos M. G. LL. 1,557 c. 9. 'Ut ecclesias restituent'. Boretius M. G. LL. 4, LII n. 38 nimmt an, dass dies kapitulare nur irrtümlich Ludwig d. Fr. zugeschrieben werde, dass es vielleicht Karl d. Gr. angehöre (auch M. G. Capit. 1,185 zu 787-813?) und dies eben der in no 290 c. 8 erwähnte 'voriährige erlass' sein könnte und dass, wenn dies der fall wäre, auch die zeitbestimmung von no 282 unhaltbar geworden sei. Das stück steht also noch auf ganz schwankem boden. Übrigens scheint mir kein nötigender grund vorzuliegen e. 1-4 Ludwig abzusprechen; c. 2 würde vielmehr geradezu auf diesen weisen. Die echtheit ist nicht angezweifelt.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 637, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0816-00-00_4_0_1_1_0_1528_637
(Abgerufen am 27.09.2016).