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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Kapitulare (in form eines erlasses an die öffentlichen beamten): nachtragsbestimmungen zu den edikten des langobardischen gesetzes, deren notwendigkeit sich ergeben hatte, als in Italien, wohin er propter utilitatem s. dei ecclesiae ac provinciarum disponendarum gekommen war, viele anfragen über kirchliche, öffentliche und private angelegenheiten in den einzelnen städten vor ihn gebracht wurden, welche zwar grösstenteils nach römischem und langobardischem gesetz entschieden wurden, deren erledigung aber teilweise wegen mangels an gesetzlichen bestimmungen aufgeschoben werden musste; c. 1. absolute schenkung für das seelenheil, nicht, wie es bei den Langobarden bisher üblich war, unter urkundlichem vorbehalt des verkaufs oder tausches oder der weggabe durch eine andre urkunde, verbot dieselbe sache zweimal zu vergeben, dagegen zulässigkeit des nutzgenusses durch prekarie. 2. zahlung der vollen heerbannbusse nach fränkischem gesetz zu 60 sol., wenn ein freier bei allgemeinem aufgebot aus missachtung des königlichen befehls zurückbleibt, der gleichen busse für missachtung der unter königsbann publicirten kapitel, nämlich für friedensbruch gegen die kirchen, witwen, waisen und hilfsbedürftigen (vgl. no 339 c. 1). 3. behandlung iener, welche ohne befehl oder erlaubnis des königs das heer verlassen, quod nos Teudisca lingua dicimus herisliz, als maiestätsverbrecher, konfiskation ihres eigentums (vgl. Waitz VG. 2. A. 4,582). 4. ersatz der hälfte des schadens durch ienen, der einem ihm zur hinrichtung überlieferten räuber das leben schenkt, ausführung der todesstrafe an dem wieder bei einem raub ergriffenen räuber. 5. bussen für verstümmelung. 6. gleichberechtigung der dem staat gehörigen aldionen in Italien mit den fiskalinen und liten in Francien. 7. ersatz des schadens für nichteinlieferung eines ergriffenen räubers. (8. vindicirung entflohener höriger in Italien ohne rücksicht auf veriährung durch den herrn, wenn dieser ein Franke, Alamanne oder von andrer nation ist; wenn ein Langobarde oder Römer, vorgehen nach deren gesetz). 'Cum Italiam.' A. inc. 801, ind. IX, reg. XXXIII et XXVIII, consulatus nostri I. Hs. s. IX-XI (A); Lib. Pap. (B). Goldast Const. 3,146 und Baronius 809 no 9 aus Sigonius; Baluze Capit. 1,345 e cod. Thuano et 2 al. ms. = Labbe Conc. ed. Coleti 9,229 = Mansi 14b,247; M. G. LL. 1,83 c. 1-8 aus A = Migne 97,211; *M. G. Capit. 1,204 aus A; aus B: Muratori SS. 1b,103 c. 78, 80, 81, 87, 82, 83, 88, 89; M. G. LL. 4,501 c. 78, 79, 80, 85, 81. 82, 86, 87; C. d. Cav. 4b,16 ohne c. 4. Nur für Italien, der ort des erlasses unbestimmt, die in M. G. LL. 1,84 folgenden c. 9-24 nicht hieher gehörig, Boretius Capitularien 119 vgl. dessen Beitr. z. Capitularienkritik 50,135, Sickel Reg. 283 K 175. Das ital. regierungsiahr ist bereits umgesetzt wie in no 372; es ist also wahrscheinlich, dass dies kapitulare nicht vor ende mai erlassen wurde, obgleich damals die datirung nachlässiger gehandhabt wurde vgl. Sickel UL. 253.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 374, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0801-00-00_1_0_1_1_0_1020_374
(Abgerufen am 10.12.2016).