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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Kapitulare: c. 1. exemtion der geistlichen von der weltlichen gerichtsbarkeit (vgl. Brunner RG. 2,320 n. 29), verweisung derselben an den bischof (vgl. no 139 c. 17), austragung von eigentumsklagen vor dem bischöflichen vogt und nur, wenn hier keine einigung erzielt würde, durch vermittlung des vogtes vor dem grafen oder iudex. 2. verbot der aufnahme herumziehender mönche und kleriker ohne zustimmung des bischofs (vgl. no 282). 3. verpflichtung zu der hie und da missbräuchlich abgekauften beitragsleistung zur restaurirung der taufkirchen (vgl. no 243 c. 4). 4. verbot öffentliche versammlungen in kirchen und den herumliegenden oder anstossenden baulichkeiten zu halten. 5. exemption der kirchlichen hörigen, aldiones und libellarii, welche nur aus armut kirchenland bebauen, nicht aber um sich den öffentlichen lasten zu entziehen, von spanndienst und anderweitiger dienstbarkeit, öffentlicher wie privater für die grafen oder beamten, heranziehung derselben zu den schuldigen leistungen nur durch ihren patron oder herrn, ausübung der gerichtsbarkeit in kriminalsachen durch den bischöflichen vogt, wenn dieser nicht recht schaffen könne, sicut in capitulare nostro (in A verderbt: cap. domno imperatori) scriptum est (vgl. Boretius Capitularien 114 n. 1, der hier einen verweis auf c. 1 dieses kapitulars vermutet, während der Cod. d. Cav. die bemerkenswerte leseart in alio cap. nostro bietet vgl. auch Abel-Simson Karl d. Gr, 1,580 n. 4), gerichtliche gleichstellung der freien, welche sich kommendirt oder kirchengut zu lehen haben, mit den übrigen freien leuten. 6. verbot der von gräflichen und öffentlichen beamten und mächtigeren vasallen der grafen bittweise eingeforderten oder erzwungenen beisteuern, abgaben und arbeitsdienste, die an manchen orten so drückend geworden, dass viele ihren herren entflohen und das land verödete, ausser durchaus freiwilligen leistungen begüterter leute. 7. heranziehung der kirchenleute zu brückenbau (vgl. no 178) und andren bauten, zu denen sie nach alter gewohnheit gleich dem andren volk verpflichtet sind, nur durch den kirchenvorstand, dem sein anteil zuzuweisen ist, bei nichteinhaltung des termins einschreiten des grafen gegen den bauleiter. 8. einlieferung der zehnten, verfahren gegen die widerspenstigen nach dem voriährigen erlass (no 282), zehnteneinhebung in beisein vom volk gewählter vertrauensmänner, verfahren gegen saumselige und widerspenstige: dreimalige mahnung durch den priester, verwehrung des betretens der kirche, busse von 6 solidi an die kirche ausser dem zehnten, bei fortgesetzter widerspenstigkeit beschlagnahme des hauses durch die öffentlichen beamten, endlich haftnahme bis zur öffentlichen aburteilung; giltigkeit dieser Verordnung bis zu der mitte obtober (nach Pavia, der name nur in A) angesagten reichsversammlung, vorbehaltlich etwaiger zusätze oder änderungen durch den könig. 'Volumus primo.' Hs. s. IX St. Paul (A), s. X Chigi (B), s. XI La Cava (C). Martene Coll. 7,9 c. 25-32 aus B = Mansi 13,1077; M. G. LL. 1,110 c. 12-19 aus A, B, C = Migne 97,252; Cod. d. Cav. 4b,9 aus C; *M. G. Capit. 1,196 aus A, B, C.; c. 1, 4-8 auch im Liber Papiensis Karolus M. c. 98,118, 99,119 Hloth. 42, 43 M. G. LL. 4,504,546. Selbständiges kapitular, für Italien wahrscheinlichst 787 erlassen, Boretius Capitularien 114. Den ort Mantua nennt Lothars kapitular von Olonna c. 9 M. G. Capit. 1,327, welches aus c. 8 dieses erlasses wörtlich citirt.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 290, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0787-00-00_3_0_1_1_0_774_290
(Abgerufen am 25.09.2016).