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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(pal. nostro) schenkt der kirche des h. Jakob, in welcher der h. Arnulf ruht (St. Arnulf bei Metz), für das seelenheil seiner gemahlin Hildegard die villa Cheminot im herzogtum (ducatu) Moselland in der grafschaft Metz mit den zugehörigen kirchen, damit an deren grab tag und nacht lichter gebrannt und täglich messen und gebete gefeiert werden, mit der bestimmung, dass die villa weder als lehen noch, wie dies gewöhnlich, als prekarie verliehen oder zu einem weltlichen zweck verwendet werde. Ercambaldus adv. Radoni. *Angebl. or. mit reg. XV et IX, a. inc. 783 in die ascensionis dom., in cuius vigilia ipsa dulciss. coniux obiit (vgl. Ann. r. Franc.), in a. XIII coniunctionis nostrae (vgl. Hildegards grabschrift), nach der apprekation ind. VI, Metz (A.). Meurisse 179 ohne ital. regierungsiahr (aus ch.) = Bouquet 5,748 = Calmet 1b,291, 2. ed. 2b,116 = Migne 97,973; Gallia christ. 13b,380 ex arch. mon. (A); zuerst veröffentlicht in franz. übersetzung Valladier 200. Die urk. auch überliefert im ch. von St. Arnulf vgl. M. G. SS. 24,536. Zweifelhaft; dass das nie besiegelte stück nicht or. ist, hat Sickel Reg. 257 K 99 nachgewiesen; es ist geschickte nachzeichnung einer von Ercanbald geschriebenen urk. mit gewandter handhabung der kursive etwa aus den ersten iahrzehnten des 9. iahrh. Ebenso hat schon Sickel darauf hingewiesen, dass die sprache für die angebliche entstehungszeit viel zu korrekt und nur der erste die schenkung selbst umfassende teil echtem formular sich anschliesst, die weiteren bestimmungen aber sammt der imprekation für diese zeit unzulässig sind; sie würden in der besonderheit des falles denn doch keine genügende erklärung finden. Ganz ohne beleg wäre in der datirung das inkarnationsiahr, das nur in privaturk. erst seit dem 9. iahrh. aufzutreten beginnt (Wiener SB. 92,367), unmöglich die indiktion. Ist demnach der zweite grössere teil durchaus unhaltbar, so muss auch die inhaltliche verlässlichkeit des ersten teils, das schenkungsobiekt, dahingestellt bleiben. Eine echte vorlage ist durch die äusseren und inneren merkmale ausser frage gestellt. Wolfram im Jahrb. f. lothring. Gesch. 1,58 erklärt aus einem allerdings nicht entscheidenden grund, der bezeichnung der kirche als basilica in honore s. Jacobi vel ceterorum b. apostolorum, die ganze urk. als gefälscht.

 

Verbesserungen und Zusätze:

interpolirt der ganze zweite teil der urk. von ,Et quia scimus — iustissimo iudice' und in der datierung das inkarnationsjahr mit zusätzen und die indiktion, nachweis MG. DD. Kar. 1, 202 nr. 149.

 

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 262, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0783-05-01_1_0_1_1_0_701_262
(Abgerufen am 06.12.2016).