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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Überfall des trosses und der nachhut durch die Wasconen, welche auf dem dichtbewaldeten höhenkamm sich in den hinterhalt gelegt hatten; überlegen durch die leichtigkeit der waffen und durch die terrainverhältnisse - wegen des engen weges hatte das fränkische heer sich in langer linie ausgebreitet - werfen sie die überfallenen ins tal hinab, machen sie nieder, plündern das gepäck und zerstreuen sich unter dem schutz der nacht; es fallen der truchsess Eggihard, der pfalzgraf Anselm, der graf der brittanischen mark Hruodland und viele andre. V. Karoli c. 9, Ann. Einh., erwähnt V. Hlud. c. 2; darauf bezieht sich wol auch das 'dispendium habuit grande' der Ann. Sangall. Bal. Das tagesdatum nur bekannt durch die grabschrift des hier gefallenen Eggihard (Aggiard) M. G. Poetae l. 1, 109; die angebliche grabschrift Hruodlands aus Turpin ib. 110 n. 2. Ort des überfalles unbekannt; erst spätere sagen nennen Roncevalles (nö. Pamplona in den Pyrenäen im tal Val-Carlos), so auch Turpini Hist. de vita Caroli c. 21 ed. Reiffenberg Chron. de Philippe Mouskes 1,507, welche übrigens aus den älteren Chansons de Roland, nachweisbar seit der 2. hälfte des 11. iahrh., schöpft vgl. Das Rolandslied hg. von Bartsch (Leipzig) VIII; das deutsche Rolandslied des pfaffen Konrad ist nach Bartsch c. 1133-39 unter vermittlung einer lateinischen übersetzung nach französischem muster gefertigt. Die erzählung des Pseudo - Turpin mit weiteren fabeleien bei Roderich von Toledo, Assemani Ital. hist. SS. 3,150. Über die bedeutung dieses rückzugsgefechtes die treffende bemerkung Sybels in der Hist. Zeitschr. 42 (1879), 272.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 214i, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0778-08-15_1_0_1_1_0_608_214i
(Abgerufen am 06.12.2016).