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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(Wormacia civ. pupl.) schenkt dem klösterlein Hersfeld unter erzbischof Lullo die kirchen zu Altstädt Riestedt und Osterhausen mit dem zehnten vom Friesenfeld und Hessengau in der grafschaft Alberichs und Markwards. Guiltbertus adv. Radonis. Das angebl. or. s. XII (A) verloren, mit inkarnationsiahr (die zahl im facsim. nicht deutlich) und ind. XV (= 777). Wenck 3b,11 aus A mit a. i. 777; *facsim. mit siegelabbildung Kopp Schriftt. no 19. Fälschung auf grundlage von no 227. Während das Breviarium s. Lulli Wenck 2b,16 nur 3 kapellen in Hohsegowe erwähnt, ist nach dem zehentregister Hersfeld ende des 9. iahrh. im tatsächlichen besitz des hier genannten gebietes vgl. Landau in Ledeburs Allg. Arch. f. Gesch. kunde des preuss. Staats 52, 213 f. Otto I bestätigt 960 aug. 26 Hersfeld die von kaiser Karl geschenkten kapellen zu Osterhausen, Altstädt und 2 andre, quia munus sue liberalitatis nequaquam imperiali auctoritate firmatum fuerat, M. G. DD. 1, 298 (aus Magdeburger ch.), es fehlte also damals eine urk. Karls d. Gr. Otto II schenkte 979 die hier genannten von Hersfeld eingetauschten 3 kapellen an Memleben ib. 2, 217, durch die schenkung Memlebens an Hersfeld kamen sie unter Heinrich II 1015 Stumpf 1643 wieder an Hersfeld zurück. Nach dem langen zehentstreit mit Halberstadt (vgl. Lamperti Ann. 1059 schulausg. von Holder-Egger 74, Jaffé Reg. 2. ed. 4409) wurden 1112 ian. 11 (Schmidt UB. des Hochstifts Halberstadt 1, 98, St. 3083 or. vgl. KU. in Abbild. text 81) iene 3 kapellen mit den zehnten im Friesenfeld und Hessengau unter berufung auf die privilegiorum instrumenta Karls d. Gr. Hersfeld von Heinrich V bestätigt. Damals wurde also wahrscheinlich diese fälschung vorgelegt, sie dürfte für diesen zweck gefertigt worden sein. In nächster beziehung an ihr steht ein angeblicher rechtsspruch Heinrichs V, der hier auch den unmöglichen, aus der fälschung entlehnten titel 'rex Francorum et Langobardorum ac patricius Romanorum' (vgl. Ficker UL. 1,326) führt, für Hersfeld zu gunsten dieses besitzes, Schmidt UB. 1,94, St. 3213, mit berufung auf urk. Ottos I secundum edicta Karoli imp. aug. Der besitz des strittigen zehnten wird dann Hersfeld von einer Mainzer synode 1133 (Wenck 2b,81) zugesprochen, von Innocenz II (ib. 84) und 1134 von Lothar III (Schmidt UB. 1,143, St. 3300: quae omnia rogatu Lulli Mogunt. archiep. glor. imp. magnus Karolus cum duobus privilegiis primo tradidit, secundo confirmavit) bestätigt. Vgl. auch Sickel Reg. 416.

 

Verbesserungen und Zusätze:

echte und falsche zehenturkunden für Hersfeld, besprochen von E. Perels, Die kirchlichen Zehnten im karolingischen Reiche, Berl. Diss. 77 ff. — Uber die tiron. noten Jusselin in Bibl. de l'école des chartes 66 (1905), 380 Nb.

Nachträge (1)

Nachtrag von Patricia Kroschwald, eingereicht am 25.04.2014.

Zur Entstehung der gefälschten Karlsdiplome im Streit zwischen Hersfeld und Halberstadt schreibt Hölk, Erwin: Zehnten und Zehntkämpfe der Reichsabtei Hersfeld im frühen Mittelalter (Marburger Studien zur älteren deutschen Geschichte, Bd. 2.4). Marburg 1933, S. 31-33 und 80-83. Vgl. dazu auch Folz, Robert: Le souvenir et la légende de Charlemagne dans l’Empire Germanique Médiéval. Études sur le culte liturgique de Charlemagne. Réimpression des éditions de Paris, 1950 et 1951. Genf 1973, S. 106-107 und S. 107, Fußnote 50, der sich auf Hölk bezieht.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 212, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0777-10-21_1_0_1_1_0_596_212
(Abgerufen am 06.12.2016).