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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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sichert mit seinen söhnen Karl und Karlmann der römischen kirche urkundlich (per donationis paginam) die rückgabe des von den Langobarden entrissenen besitzes zu. Urk. verloren. Cod. Carol. ed. Cenni no 6, 7 vgl. 11, 47, 49 M. dominat. pont. 1,74, 81, 109, 276, 284, ed. Jaffé no 6, 7 vgl. 11, 46, 47 Bibl. 4, 36, 41, 64, 156, 160, M. G. Ep. 3,489, 493, 505, 559, 562; Ortsangabe (Francia in loco, qui vocatur Carisiaco) dieser 'promissio' mit dem weiteren bericht, Karl habe 774 (no 163) easdem civitates et territoria .. per designatum confinium der römischen kirche verbrieft, in der V. Hadriani I c. 41, 42 ed. Vignoli 2,192, Muratori SS. III, 1,186, Duchesne 1,498 vgl. Leonis Chr. Casin I, 8 M. G. SS. 7,585. Die literatur über die 'römische frage' (verzeichnet von Kehr in Sybels Hist. Zeitschr. 70 [N. F. 34], 388 n. 1, Göttinger Gel. Anz. 1895 no 9 s. 695) ist in neuester zeit furchtbar angeschwollen und noch haben die gewässer sich nicht verlaufen. Als gesichertes ergebnis gilt nunmehr, dass der bericht der V. Hadriani sammt den grenzangaben des geschenkten gebiets durchaus glaubwürdig ist und auf der urk. Karls beruht; einzelheiten sind und bleiben noch strittig. Während Sybel (Die Schenkungen der Karolinger an die Päpste, Hist. Zeitschr. 44 [N. F. 8], 47, Kleine hist. Schriften 3, 65), Martens (Die römische Frage unter Pippin nnd Karl d. Gr., Stuttgart 1881; Neue Erörterungen über die römische Frage 1882) u. a. (Hirsch in der Festschr. zur Feier des 50iährigen Jubiläums der könig. städt. Realschule in Berlin 1882 unter aufrechthaltung der schenkungsurk. von 754, 774, mit abweichungen in einzelnen punkten Funk in der Theol. Quartalschr. 64,603, Bayet in der Revue hist. 20, 88) den bericht in der V. Hadr. als fälschung verwerfen oder Sickel (Das Privilegium Otto I für die röm. Kirche, Innsbruck 1883) darin 'die Wünsche der Curie' erblickt (s. 174 vgl. 25 und Reg. 380), versuchten andre unter anerkennung der echtheit der schenkung (Abel in Forschungen 1, 457, Karl d. Gr. 1, 131 vgl. die neubearbeitung von Simson 156, Niehues im Hist. Jahrb. 2, 76, 201, Thelen Zur Lösung der Streitfrage über die Verhandlungen K. Pippins u. P. Stephans II zu Panthion, Göttinger Dissert. 1881) verschiedene erklärungen über deren inhalt und umfang; Ölsner Pippin 139 nahm an, dass Pippin nur ein allgemeines versprechen gegeben und erst Karl den umfang der schenkung im einzelnen bestimmt habe, eine ansicht, die neuestens wieder Lindner (Die sogen. Schenkungen Pippins, Karls d. Gr. und Ottos I an die Päpste, Stuttgart 1896 vgl. Kehr in Göttinger Gel. Anz. 1896 no 2 s. 128) vertritt, Waitz VG. 2. A. 3, 218 vgl. 4, 704, dass dem biographen Hadrians eine echte schenkungsurk., wenn auch abweichenden inhalts vorgelegen sei, Schaube in der Hist. Zeitschr. 72 [N. F. 36], 193 sogar, dass Karl ein gefälschtes dokument als promissio Carisiaca vorgelegt worden sei (vgl. dagegen Dove in den SB. der bayer. Akad. 1894 s. 193). Einen bedeutsamen fortschritt bezeichnet der aufsatz von Scheffer-Boichorst, Pippins und Karls d. Gr. Schenkungsversprechen (Mittheil. des Instituts f. öst. GF. 5,193), der in der urk. von Quierzy die zusicherung der rückgabe des exarchats von Ravenna und des dukats von Rom sieht, den bericht der V. Hadr. als durchaus glaubwürdig, nur die grenzbeschreibung als interpolirt erklärt; ihm folgt Kohl (Richters Annalen der deutschen Gesch. 2. Abth. 674) und auf diesem gebiete auch Lamprecht (Die röm. Frage von K. Pippin bis auf K. Ludwig d. Fr., Leipzig 1889), der nur nebenbei noch (s. 113) den kanzler Hitherius verdächtigt. Längst war schon Ficker (Forschungen z. Reichs- und Rechtsgesch. Italiens 2, 329; 3, 447) für die volle glaubwürdigkeit ienes berichtes eingetreten, als gefolgsleute schlossen sich ihm Genelin (Das Schenkungsversprechen und die Schenkung Pippins, Wien 1880) und Hüffer (Hist. Jahrbuch 2, 242) an. Über das ziel geht Duchesne (Liber pont. introd. CCXXXIV); er hält die abfassung des bis c. 44 reichenden ersten teils der V. Hadr. mit dem bericht über die promissio Carisiaca und die schenkung Karls für unmittelbar gleichzeitig und weist sie dem iahr 774 zu, wie er auch den Cod. Luc. noch ins 8. iahrh. setzt (p. CLXIV). Die inneren beweise für die glaubwürdigkeit und im besonderen der grenzbeschreibung in der schenkung Karls d. Gr. (no 163) erbringt Kehr in der Hist. Zeitschr. 70 [N. F. 34], 385. Während Schnürer (Die Entstehung des Kirchenstaates, Köln 1894) sich darauf stützt, versucht Sackur (Mittheil. des Instituts f. öst. GF. 16,385) namentlich eine andre deutung der grenzlinie, worauf Kehr in den Göttinger Gel. Anz. 1895 no 9 s. 703 replicirt. In allgemeinerem Zusammenhang steht die gründliche arbeit von W. Sickel. Die Verträge der Päpste mit den Karolingern und das neue Kaisertum in Quiddes Zeitschr. f. Geschichtswissenschaft 11 (1894), 301 (340 über den Patriciat der Römer vgl. no 76a); 12, 1.

 

Verbesserungen und Zusätze:

über die »römische frage» sind nachzutragen die arbeiten von: Ketterer, Karl d. Gr. und die Kirche (Mönchen und Leipzig 1898), dem »eben nur noch die möglichkeit übrigbleibt, die annahme einer fälschung des wahren Pippin'schen schenkungsversprechens« s. 34, (citat Mühlbachers), W. Gundlach, Die Entstehung des Kirchenstaates (Breslau 1899) 35 ff. und Ernst Mayer, Die Schenkangen Konstantins und Pippins, Deutsche Zeitschr. f. Kirchenrecht III F. Bd. 14 (1904) 36 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 74, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0754-00-00_2_0_1_1_0_246_74
(Abgerufen am 25.09.2016).