Friedrich III. und seine Ordnungszahl - Miszelle von Dr. Eberhard Holtz (†) erschienen

23.12.2019

Zu unserer Freude ist in der aktuellen Ausgabe des Deutsche Archivs (75/1) eine nachgelassene Miszelle von Dr. Eberhard Holtz veröffentlicht worden, dem 2016 viel zu früh verstorbenen Leiter der Berliner Arbeitsstelle der Regesten Friedrichs III.. Dr. Holtz geht in "Kaiser Friedrich III. (1440-1493) - ein dritter Friedrich?" (S. 111-119) der Frage nach, welches Verhältnis Friedrich eigentlich selbst zu der Ordnungszahl "der Dritte" hatte. Diese war problematisch, da es mit König Friedrich dem Schönen (1314-1330) bereits einen Vorgänger mit dieser Ordnungszahl gegeben hatte, der zudem ein Vorfahr Friedrichs III. war. Außerdem befanden sich seit dem Ende der Staufer Prophezeihungen im Umlauf, dass ein "dritter Friedrich" als Nachfolger Friedrichs II. (1212-1250) erscheinen werde, der ebenso wie jener einen Konflikt mit der Kirche führen werde und damit zunächst den Untergang des Reiches und dann die Endzeit bringen werde. Diese Endzeiterwartungen spielten zur Lebenszeit Friedrichs III. noch eine wirkliche Rolle, wie etwa die Bedenken von Papst Nikolaus V. (1447-1455) gegen seine Kaiserkrönung im Jahr 1452 zeigen.

Dr. Holtz zeigt, dass Friedrich erst als Kaiser die Ordnungszahl "der Dritte" (tertius) führte, und zwar sehr sparsam. Sie findet sich lediglich im sogenannten "Herrschermonogramm" Friedrichs, das nur bei wenigen, besonders feierlich ausgeführten Diplomen zum Einsatz kam. Dr. Holtz vermutet, dass die Zurückhaltung damit zu tun hatte, dass Friedrich die Assoziation mit Friedrich II. zu vermeiden suchte, den er selbst wohl nicht schätzte.

Die Miszelle wird durch einen bibliographischen Nachtrag von Prof. Franz Fuchs ergänzt.