Sommerschule "Methoden der Quellenerschließung und der Nutzung von Forschungsdaten" (19.-23.09.2022)

27.04.2022

Die digitale Aufbereitung vormoderner Überlieferung hat den Zugang zu Quellen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit erheblich erleichtert, ohne dass die klassischen hermeneutischen Verfahren ihrer Erschließung damit obsolet geworden wären. Vielmehr lässt sich ein wachsendes Interesse an den Historischen Grundwissenschaften konstatieren. Zugleich sind durch die digitale Quellenaufbereitung große Forschungsdatenkorpora entstanden, deren Erkenntnispotential noch nicht ausgeschöpft wird, da hierfür wiederum spezifische Kompetenzen nötig sind. Die am Mainzer Akademiezentrum Mittelalter und Frühe Neuzeit (AMZ) beteiligten Langzeitprojekte stehen exemplarisch für diese Entwicklung.

Die vom 19. bis 23. September 2022 an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz stattfindende Sommerschule hat das Ziel Master-Studierenden und Doktorand*innen aus den historisch arbeitenden Kulturwissenschaften (Geschichte, Sprach- und Literaturwissenschaften, Kunstgeschichte, Rechtswissenschaft, Theologie, Philosophie etc.) mit einem Schwerpunkt auf Mittelalter und/oder Früher Neuzeit sowohl klassische grundwissenschaftliche Kompetenzen der Quellenerschließung als auch Methoden der Auswertung der Forschungsdatenkorpora zu vermitteln. Die Themen werden daher von Mitarbeiter*innen der beteiligten Projekte (Regesta Imperii, Die deutschen Inschriften, Corpus Vitrearum Medii Aevi, Das Briefbuch der Hildegard von Bingen) und der Digitalen Akademie unterrichtet. Thematisch reicht das Spektrum von Editions- und Regestentechnik über Epigraphik und digitale Heraldik bis zu Bildwissenschaft und Handschriftenkunde.

Programm

Die thematischen Einheiten werden von einer Präsentation der Vorgehensweisen in den beteiligten Projekten eingeleitet, wobei der Schwerpunkt auf grundwissenschaftlichen Aspekten liegt, die anschließend von den Teilnehmer*innen an konkreten Beispielen eingeübt werden. Im zweiten Teil werden Aspekte der Digital Humanities in den Projekten vorgestellt und ebenfalls in praktischen Übungen vertieft. In einer abschließenden Einheit geht es schließlich darum, Forschungsfragen zu formulieren und in Datenbankabfragen resp. die Aufbereitung von Forschungsdaten zu übersetzen und die Ergebnisse unter Berücksichtigung der Konstitutionsbedingungen der genutzten Forschungsdatenkorpora zu evaluieren. Zum Programm gehören außerdem Exkursionen zu historischen Stätten in Mainz und Umgebung, um eine unmittelbare Begegnung mit den Objekten (Inschriften, Glasfenster) zu ermöglichen.

Anmeldung

Bewerbungen (Motivationsschreiben von 1-2 Seiten, Lebenslauf, Zeugnisse) richten Sie bitte bis zum 15. Juni 2022 an . Es stehen insgesamt 15 Plätze zur Verfügung. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Die Kosten für die Unterkunft werden übernommen und auf besonderen Antrag kann ein Zuschuss zu Reisekosten von 50 Prozent des tatsächlichen Aufwands (max. 100 Euro) gewährt werden.