Neuerscheinung: Dissertation von C. Abel (Regesten Heinrichs VII.) über kommunale Bündnisse im Patrimonium Petri

10.12.2019

Als die Päpste im 13. Jahrhundert damit begannen, eine eigene weltliche Herrschaft in Mittelitalien zu errichten, sahen sie sich schnell mit einem spezifisch kommunalen Phänomen konfrontiert: Die Städte im Patrimonium Petri koordinierten ihre politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen vornehmlich durch vertraglich gesicherte Bündnisse.

Die an der FU Berlin entstandene Dissertation von Christina Abel, Mitarbeiterin der Regesten Heinrichs VII., analysiert erstmals die diplomatische Praxis, die rechtliche und schriftliche Ausgestaltung und die Umsetzung der über einhundert aus dem 13. Jahrhundert überlieferten kommunalen Bündnisse. Das Beispiel der umbrischen Stadt Perugia zeigt, welche Funktion die Verträge in der Politik einer Kommune einnehmen konnten, wie die societates auf regionaler Ebene wirkten und wie die Römische Kirche mit den Bündnissen umging, die teils toleriert, gefördert und für eigene Ziele genutzt, teils verboten und bekämpft wurden. Die vorliegende Studie beschäftigt sich damit nicht nur mit einem bislang wenig beachteten Aspekt der Geschichte des mittelalterlichen Kirchenstaates, sondern fügt sich in neuere Forschungsdiskurse zur italienischen Kommune und zur Organisation von Herrschaft im Mittelalter ein.

Die Arbeit wurde 2018 mit dem Friedrich-Meinecke-Preis ausgezeichnet und ist nun unter dem Titel "Kommunale Bündnisse im Patrimonium Petri des 13. Jahrhunderts" als Band 139 der Reihe "Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom" erschienen.

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