Erweiterung der Regestendatenbank: Das Projekt "RIplus"

10.09.2015

Nach längeren Vorarbeiten wird nun die Regestendatenbank von RI Online unter dem Label „Regesta Imperii plus (RIplus)“ um zusätzliches Material erweitert.

Bereits Peter Moraw formulierte das Monitum, die Regesta Imperii seien eigentlich nur „Regesta Imperatoris“ - angesichts der Bedeutung der Großen des Reichs für dessen Geschichte ein nicht zu vernachlässigender Einwand, dem RIplus Abhilfe schaffen soll. Mehrere ältere, nach wie vor aber maßgebliche Regestenwerke verschiedener Provenienz, deren Inhalt im weitesten Sinne unter „Imperii“ subsumiert werden kann, und die in gedruckter Form oft nur noch schwer erhältlich sind, wurden für Regesta Imperii Online retrodigitalisiert. Sie werden nun innerhalb der bewährten Datenbank mit den bekannten differenzierten Suchfunktionen der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Den Anfang dieser „Fontes Medii Aevi“ bilden die Regesten der Erzbischöfe von Mainz, die Regesten der Pfalzgrafen bei Rhein, die Regesten der Markgrafen von Baden (Bd. 2&3) sowie als jüngeres Quellenwerk die Regesten der Bischöfe und des Domkapitels von Augsburg – insgesamt ca. 23.000 Stücke. Die Integration weiterer Daten ist geplant und wird sukzessive erfolgen. Gleichzeitig soll – besonders angesichts sinkender Druckkostenzuschüsse und dem zunehmenden Wunsch, die Zwischenergebnisse langfristig angelegter Projekte work-in-progress zu veröffentlichen – mit RIplus eine Plattform geboten werden, um externen Angeboten die Online-Publikation Ihrer Quellenwerke vor, beziehungsweise statt einer Drucklegung zu ermöglichen. Als erster Partner hierfür konnte die Schwäbische Forschungsgemeinschaft gewonnen werden, die u.a. die Regesten der Bischöfe und des Domkapitels von Augsburg herausgibt und Ihre unpublizierten, aber bereits abgeschlossen bearbeiteten und begutachteten Regesten aus dieser Reihe bei RIplus veröffentlichen wird.Außerdem ist es Ziel von RIplus Lücken der gedruckten Regesta Imperii schließen und nach dem Vorbild der Urkunden-Datenbank Friedrich III. – wo möglich – Vorabveröffentlichungen von Regestendaten zu ermöglichen. Zu einigen Herrschern wie König Wenzel (1376-1400) wurde bisher noch kein Band innerhalb der Regesta Imperii publiziert. Die Deutsche Regestenkommission möchte mit der Publikation eines Teiles des Nachlasses von Wilhelm Hanisch (†1985), der in jahrzehntelanger emsiger Sammeltätigkeit vor allem die deutschen Archive nach Urkunden Wenzels und weiterer Überlieferung durchforstete, zumindest provisorischen und rudimentären Ersatz (ca. 4200 Stück) bis zum Erscheinen von Regesta Wenzeliana bieten.

Andere Bestände innerhalb der RI wie beispielsweise die Regesten Karls IV. entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Forschung. So wird die bisher nur als PDF angebotene Teilneubearbeitung der Urkunden Karls IV. (ca. 9000 Stück) durch Eberhard Holtz in die Datenbank integriert.

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