Druckfrisch: Wirtschaft, Krieg und Seelenheil (BH 46)

11.03.2020

Der Konflikt mit den böhmischen Hussiten wurde von katholischer Seite nicht nur mit militärischen Mitteln ausgefochten. Ein unterschätztes Mittel in den Hussitenkriegen (1420-1436), mit dem nicht nur die militärische Schwächung des Gegners verfolgt wurde, stellt das umfassende päpstliche Handelsverbot dar. Alexandra Kaar unternimmt in ihrer Dissertation, die nun unter dem Titel "Wirtschaft, Krieg und Seelenheil" als Band 46 der RI-Beihefte erschienen ist, eine Analyse dieses Wirtschaftsembargos, seiner Propagierung und Legitimierung, seiner praktischen Umsetzung sowie seiner Motive und Ziele. Konzentrierte sich die Forschung bisher auf die instrumentelle Dimension des Embargos, so löst Alexandra Kaar (Nicht-)Handel aus dem engen wirtschafts- und militärgeschichtlichen Rahmen, bettet es in den größeren ideengeschichtlichen Kontext ein und macht es als kulturelle Praxis greifbar. Daraus ergeben sich neue Erkenntnisse nicht nur für Politik- und Wirtschaftsgeschichte, sondern auch für die die Alltags- und Kulturgeschichte des mitteleuropäischen Raumes, welche das Potential einer kulturhistorisch informierten Wirtschaftsgeschichte demonstrieren.

Dank der Förderung des Österreichischen Wissenschaftsfonds konnte der Band auch im Open Access erscheinen.

Volltitel:
Kaar, Alexandra: Wirtschaft, Krieg und Seelenheil. Papst Martin V., Kaiser Sigismund und das Handelsverbot gegen die Hussiten in Böhmen - Wien 2020 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii, Bd. 46), gb., 392 S.
Preis: € 55.00, ISBN 978-3-205-20940-9

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