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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,2

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Albrecht herzog von Österreich macht dem Rheinpfalzgrafen Ludwig für den fall, daß er durch diesen zum römischen könig erwählt wird, folgende zusagen, die künftige zwietracht zwischen dem pfalzgrafen und dem reiche verhüten sollen: 1. er wird Ludwigs recht an den gütern „quondam .. de Steppach” und an der burg Stolzeneck (am Neckar, b. Eberbach), gütern die der pfalzgraf mit eigenem gelde gekauft hat (vgl. die urk. von 1284 nov. 6, Reg. d. Pfalzgr. n. 1116), ferner an der reichsburg Reichenstein (b. Neckargemünd), die dieser von altersher vom reiche zu lehen trägt (vgl. meine Studien [II] 14 anm. 12) , anerkennen und ihm und dessen erben zu dem verhelfen, was sie davon derzeit nicht in besitz haben; 2. er wird, zur reichsregierung gelangt, ihm die burg Kammerstein (b. Schwabach in Mittelfranken) und die an diese burg angrenzenden güter, die sein vater k. Rudolf von dem kloster Ebrach (w. v. Bamberg) durch kauf erstanden hat (vgl. dessen urk. von 1281 aug. 20 RI. VI 1 n. 1374; dazu VI 1 n. 985 von 1278 Juli 22) samt der burg Dilsberg (b. Neckargemünd), die ebenfalls Rudolf u. zw. von dem grafen von Dürn (Walldürn, b. Amorbach) käuflich erworben hat (deperdit., vgl. RI. VI 1 n. 2154), als reichslehen überlassen und dazu die erforderliche zustimmung der (kur-)fürsten (consensum principum quatenus necessarius fuerit) einholen; 3. er wird ihm sowohl die schenkungen Konradins (RI. V n. 4811, 4859; vgl. RI VI 1 n. 116) als auch alle sonstigen verleihungen von römischen kaisern und königen bestätigen und dazu gleichfalls die zustimmung der fürsten, soweit sie nötig ist, erwirken; 4. er will das im vorstehenden unter eid versprochene, sobald er zum königtum gelangt ist, ihm durch erneute verbriefung bekräftigen.

Verbesserungen und Zusätze:

z. 8. Der hinweis (vgl. meine Studien [II] 14 anm. 12) hat zu entfallen. Das dort von Reichenstein
gesagte ist irrig, da es sich nicht um den ort bei Bingen handelt, der ein besitz der edlen von Hohenfels war, sondern in der tat um die reichsburg bei Neckargemünd; vgl. auch EI. VI2 n. 937.

Archival History/Literature

Or. (siegel an perg.-str.) im hausarch. München (A). – (Scheidt) Bibl. hist. Gott. 217. MG. C. 3, 458 n. 472 (aus A). Böhmer Wittelsb. Reg. 46 (reg.). Görz Mittelrhein. Reg. 4, n. 1990 (reg.). Reg. d. Pfalzgr. n. 1262 (reg.). Busson SB. d. Wien. Ak. 114, 30/1 (zit.; fehlerhaft).

Commentary

Von einer anerkennung der forderungen des pfalzgrafen durch Adolf, als es dann zu der wahl dieses kam, ist nichts bekannt, Ludwig hat sich in Frankfurt anscheinend damit begnügen müssen, von dem neuen könig die verbriefung RI. VI 2 n. 22 zu erhalten, und Adolf wird jenen fragen erst seit seiner verbindung mit dem pfalzgräflichen hause näher getreten sein, vgl. bzgl. der konradinischen schenkungen seine urk. von 1297 juli 17 (Studien, Urk. n. 35); Kammerstein (samt Schwabach) wurde 1299 von k. Albrecht an den grafen Emicho von Nassau zu pfand gegeben (deperd.: vgl. Vogt Reg. d. Erzb. v. Mainz 1, n. 575; Knipping Reg. d. Erzb. v. Köln 3, n. 3643; Reg. d. Pfalzgr. n. 1425).

Nachträge

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Cite as:

RI VI,2 n. 7, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1292-03-25_1_0_6_2_0_7_7
(Accessed on 30.05.2020).