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RI V Jüngere Staufer (1198-1272) - RI V,1,1

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antwortet dem Johannes (Vatazes) kaiser der Griechen auf dessen schreiben, beglückwünscht ihn wegen der glücklichen ereignisse auf der insel Rhodus, drückt ihm seine verwunderung aus, dass der pabst, der doch täglich den kaiser und die ihm unterworfenen Griechen excommunicirt, sich nicht scheute minderbrüder und predigermönche zu verhandlungen mit den geistlichen des kaisers zu senden; erinnert daran wie der pabst ihn wegen der heirath des griechischen kaisers mit seiner tochter, wodurch er in verbindung mit einem häretiker getreten sei, öffentlich verdammte; klagt über die herrschsüchtigen gelüste der priester, welche den hirtenstab mit der lanze vertauschen, von denen der sich herzog, iener markgraf, ein anderer graf nennen lässt, welche die einfalt der menge noch immer als heilige verehrt, obwohl sie raubgierige wölfe sind, in Deutschland, Italien und anderen ländern das blut so vieler ihrer herrschsucht opferten, und kürzlich erst ihretwegen in Aegypten tausende zu grunde gingen; erinnert daran wie der pabst, dessen sachen günstig standen, so lange die von den kirchen erpressten einkünfte vorhielten, eidlich versicherte, dass er gestorben sei, um seine getreuen in Deutschland ihm abwendig zu machen; meldet dass iene brüder, nachdem sie durch ihn von den erfolgen des kaisers gehört, ietzt anders über denselben dächten, aber sichtlich nur gekommen seien, um unkraut zwischen vater und sohn zu säen, und nicht weiter vorgehen wollten, als sie sich überzeugten, dass der kaiser unerschütterlich zum vater stehe; tadelt denselben dass er ohne ihn zu befragen gesandte an den pabst schicken wollte, will aber dennoch dessen ersuchen erfüllen und zur überführung der gesandten desselben sechs schiffe von Brindisi nach Durazzo schicken und einen seiner hofleute, welcher den brüdern bedeuten wird, so lange zu Durazzo zu warten, bis er mit den gesandten des kaisers gesprochen haben werde. (Litteras serenitati‒transvehant.) Wolff Vier griech. Briefe 38, griech. u. deutsch. Huill. 6,772 latein. ‒ Frühestens um diese zeit zu setzen wegen der anspielung auf das unglück der Franzosen. Ein bote des Vatazes war 1249 beim pabste; vgl. Salimbene 148.

 

Verbesserungen und Zusätze (1983):

Druck: Festa, Le lettere greche, in: Arch. stor. Italiano V ser. 13 (1894), 21 (griechisch und lateinisch) -- Merendino, Quattro lettere greche, in: Atti-di Palermo, ser. 4, vol. 34. 2,322--331 Nr. II (mit italienischer Übers.).

Nachträge

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Cite as:

RI V,1,1 n. 3820, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1250-00-00_2_0_5_1_1_5172_3820
(Accessed on 29.05.2020).