Bilgeri von Heudorf contra Schaffhausen

 

 

1456 Dezember 22 vor,

K.F. fertigt das Urteil des kaiserlichen Kammergerichts aus, das auf Klage des Bilgeri von Heudorf die Brüder Konrad und Hans von Fulach in die Acht erklärt

Regg. F. III., H. 6-57

1456 Dezember 22, Wiener Neustadt

K.F. teilt Bürgermeistern, Schultheißen, Ammännern, Vögten und Räten der Städte, Länder und Gemeinden Zürich, Bern, Solothurn, Luzern, St. Gallen, Zug, Schwyz, Uri, Appenzell und Unterwalden sowie deren Bundesgenossen mit, daß die Brüder Konrad und Hans von Fulach auf Klage des Bilgeri von Heudorf durch ein von ihm ausgefertigtes Urteil des kaiserlichen Kammergerichts in die Strafen der Reformation und der Goldenen Bulle gefallen sind und befiehlt, mit diesen keinerlei Umgang zu pflegen.

Regg. F. III., H. 6-58

1457 Februar 26, Graz

K.F. teilt Bürgermeistern, Schultheißen, Ammännern, Vögten und Räten der Städte, Länder und Gemeinden Zürich, Bern, Solothurn, Luzern, St. Gallen, Zug, Schwyz, Uri, Appenzell und Unterwalden sowie deren Bundesgenossen mit, daß die Bürger der Stadt Schaffhausen auf Klage des Bilgeri von Heudorf durch ein von ihm ausgefertigtes Urteil des kaiserlichen Kammergerichts in die Strafen der Reformation und der Goldenen Bulle gefallen sind und befiehlt, mit diesen keinerlei Umgang zu pflegen.

Regg. F. III., H. 6-60

1457 Februar 26,

In der Streitsache zwischen Bilgeri von Heudorf und der Stadt Schaffhausen verkündet das Kammergericht sein Urteil zugunsten des Ritters

StA Schaffhausen, Urkunden, n. 2386; Grüneisen, Herzog Sigmund von Tirol. S. 164

1457 Februar 26 ca.,

K.F. beauftragt Hans von Klingenberg, im Rahmen der am Kammergericht verhandelten Streitsache zwischen Schaffhausen und Bilgeri von Heudorf einen Beweiseid der Schaffhausener entgegenzunehmen.

Grüneisen, Herzog Sigmund von Tirol, S. 164

1457 April 3,

Die Eidgenossen protestieren vor K.F. gegen die über Schaffhausen verhängte Acht.

Müller, Bilgeri von Heudorf, S. 146

1458 Mai 23, Wien

K.F. teilt der Stadt Schaffhausen mit, daß er Bilgeri von Heudorf zu einer Verschiebung der Folgen der vom Kammergericht verhängten Acht bis zum 25. Juli bewogen und gleichzeitig Graf Heinrich von Fürstenberg sowie Bürgermeister und Rat der Stadt Rottweil damit beauftragt habe, sich um eine gütliche Beilegung des Konflikts zu bemühen.

UB Rottweil, n. 1229; UB Fürstenberg 4, S. 481, n. 532

1458 Mai 23 nach,

Graf Heinrich von Fürstenberg sowie Bürgermeister und Rat der Stadt Rottweil laden Bilgeri von Heudorf sowie die Stadt Schaffhausen zu Güteverhandlungen vor sich.

StA Zürich, A 176, Akten deutscher Kaiser, n. 46 / ergibt sich aus; Meier, Waldshuterkrieg

1458 Mai 23 nach,

Bürgermeister und Rat der Stadt Schaffhausen weigern sich, der Ladung des Grafen Heinrich von Fürstenberg sowie der Stadt Rottweil zu Güteverhandlungen Folge zu leisten.

StA Zürich, A 176, Akten deutscher Kaiser, n. 46 / ergibt sich aus; Meier, Waldshuterkrieg

1458 Juli 26, Schaffhausen

Bürgermeister und Rat der Stadt Schaffhausen unterrichten Schultheiß und Rat von Luzern über die Nachricht des Kaisers, er habe die Stadt von den Folgen der Acht vorübergehend suspendiert und Graf Heinrich von Fürstenberg sowie Bürgermeister und Rat der Stadt Rottweil damit betraut, eine Schlichtung zwischen den Kontrahenten herbeizuführen. Inzwischen sei die vom Kaiser gewährte Frist für Güteverhandlungen vorüber und die Kommissare hätten trotz der Schaffhausener Bitten keinen Tag gesetzt. Man befürchte daher, Bilgeri würde bald unter Berufung auf die Reichsacht mit Überfällen beginnen

StA Luzern, Urkunden, Sch. 76/1347

1464 Juli 28-November 26,

Briefwechsel zwischen den Eidgenossen und Herzog Sigmund wegen Bilgeri von Heudorf

Urkunden zur Schweizer Geschichte 4 / n. 321

1465 Juni 24 vor,

K.F. verschiebt das Kammergerichtsverfahren zwischen Bilgeri von Heudorf und der Stadt Schaffhausen.

Regg. F. III., H. 6-93 / ergibt sich aus

1465 Oktober 27, Wiener Neustadt

K.F. teilt Zürich, Bern, Solothurn, Luzern, Zug, Schwyz, Uri, Unterwalden, Glarus und deren Bundesgenossen mit, er habe das vor dem Kammergericht anhängige Verfahren zwischen Bilgeri von Heudorf und der Stadt Schaffhausen auf Bitten des Heiligen Stuhls und der Eidgenossen zuletzt bis zum 24. Juni aufgeschoben. Anschließend wollte er den Streit selbst gütlich beilegen oder rechtlich entscheiden. Jedoch sei der Tag von den Eidgenossen für Schaffhausen abgesagt worden. Zuvor hab er Graf Heinrich von Fürstenberg sowie die Stadt Rottweil mit der gütlichen Beilegung der Angelegenheit betraut. Doch sei Schaffhausen auch zu den von den Kommissaren angesetzten Terminen nicht erschienen. Überdies hätten die Schaffhausener die geächteten Hans und Konrad von Fulach in ihrer Stadt aufgenommen und gehaust und gehoft. Auf Bitten Bilgeris von Heudorf, ihm zu seinem Recht zu verhelfen, habe er nun Bürgermeister und Rat der Stadt Basel damit betraut, den Parteien bis zum 2. Februar 1466 einen Tag zu setzen. Den Eidgenossen befiehlt er, Schaffhausen davon zu unterrichten und der Stadt für die Verhandlungen eine Gesandtschaft zur Verfügung zu stellen.

Regg. F. III., H. 6-93

1465 Oktober 27,

K.F. beauftragt Markgraf Albrecht von Brandenburg, sich der Streitsache zwischen Bilgeri von Heudorf und der Stadt Schaffhausen anzunehmen.

StA Bamberg, Märcker, 1910d, n. 4; Grüneisen, Herzog Sigmund von Tirol, S. 166

1465 Oktober 27,

K.F. beauftragt Bürgermeister und Rat der Stadt Basel, Bilgeri von Heudorf und der Stadt Schaffhausen bis zum 2. Februar 1466 einen Tag zu setzen.[1]

Regg. F. III., H. 6-93 / ergibt sich aus

 

 

1467 Juli 8,

Abschied eine Tags zu Konstanz

Urkunden zur Schweizer Geschichte 4 / n. 376, ergibt sich aus

1467 Juli 15,

Herzogin Eleonore teilt Herzog Sigmund den Abschied des Tags zu Konstanz mit.

Urkunden zur Schweizer Geschichte 4 / n. 376

1467 Oktober 1-6,

Verhandlungen vor namentlich nicht genannten Schiedsleuten

Urkunden zur Schweizer Geschichte 4 / n. 381

1468 Juni 18, Bern

Absagebrief der Stadt Bern an Herzog Sigmund von Tirol.

Urkunden zur Schweizer Geschichte 4 / n. 388

1468 Juni 18, Solothurn

Absagebrief der Stadt Solothurn an Herzog Sigmund von Tirol.

Urkunden zur Schweizer Geschichte 4 / n. 388

1468 Juni 23, Zürich

Absagebrief der Stadt Zürich an Herzog Sigmund von Tirol wegen Bilgeri von Heudorf, der durch sein Vorgehen gegen Schaffhausen gegen den Vertrag zwischen dem Haus Österreich und der Eidgenossenschaft vertöße.

Urkunden zur Schweizer Geschichte 4 / n. 388

1468 September 22, Neuenburg

Herzog Sigmund von Tirol verspricht die Zahlung von 1800 fl. bis zum 24. Juni 1469 an Hans am Stad, Bürgermeister von Schaffhausen, die dem Bürgermeister von Bilgeri von Heudorf abgenommen wurden.[2]

Urkunden zur Schweizer Geschichte 4 / n. 393

 

1471 August 20, Regensburg

K.F. gibt den Städten und Ländern der Eidgenossenschaft bekannt, daß die von Bilgeri von Heudorf am Kammergericht über Schaffhausen erwirkte Acht und Aberacht zu Recht bestehe. Nun wurde im Vertrag von Waldshut mit Herzog Sigmund von Tirol und Herzog Ludwig von Bayern verabredet, daß sie (die Eidgenossen), wenn sie in die Pön derselben Acht- und Aberachterklärung verfallen würden, daß sie dann einen entsprechenden Abtrag vor dem Papst und ihm selbst (K.F.) leisten sollten. Da nun Herzog Sigmund, auch im Namen Herzog Ludwigs, ihn (K.F.) erneut gebeten habe, die Sache zu einem Ende zu bringen, beschließt der Kaiser, erneut mit den Eidgenossen zu reden.

Urkunden zur Schweizer Geschichte 4 / n. 424

1473 Januar 26,

Eintrag ins Taxregister über die Benachrichtigung der Parteien von der dem Markgrafen von Baden erteilten Kommission.

Taxregister, n. 2514

1473 Januar 26,

Eintrag der Kommissionsausfertigung für Markgraf Karl von Baden in der Streitsache zwischen Bilgeri von Heudorf und der Stadt Schaffhausen.

Taxregister, n. 2513; Chmel, Aktenstücke und Briefe 1, S. XXXV

1473 Januar 28, Graz

K.F. beauftragt Markgraf Karl von Baden, die Streitigkeiten zwischen Bilgeri von Heudorf und der Stadt Schaffhausen zu schlichten.

RMB 4, n. 10373; HHStA Wien, RHA 1, Buchstabe H, fol. 58r-v   [Text]

1473 Januar 28,

K.F. benachrichtigt die Parteien von der dem Markgrafen von Baden erteilten Kommission.

HHStA Wien, RHA 1, Buchstabe H, fol. 61

1473 April 12 vor,

K.F. befiehlt Diebold von Geroldseck, Bilgeri von Heudorf zu unterstützen.

Archives de ville Strasbourg, ser. IV, 21, n. 8 / ergibt sich aus

1473 April 12,

Bilgeri von Heudorf beklagt sich gegenüber Meister und Rat der Stadt Straßburg, daß die Eidgenossen, trotz bestehender Acht, Konrad und Hans von Fulach sowie die Stadt Schaffhausen weiterhin unterstützen. Weiter bestreitet er die in Waldshut getroffene Vereinbarung, da diese ohne sein Wissen zustande gekommen sei und erhebt Vorwürfe gegen Straßburg, eine gütliche Einigung mit Schaffhausen verhindert zu haben.

Archives de ville Strasbourg, ser. IV, 21, n. 8

1473 Juni 21, Ulm

K.F. hebt die über Schaffhausen verhängte Acht auf.

Regg. F. III., H. 6-114

1473 Juni 22,

Eintrag ins Taxregister über ein Bilgeri von Heudorf erteiltes Gebot, Schaffhausen nicht zu schädigen.

Taxregister, n. 3140

1473 Juni 22,

Eintrag ins Taxregister über Aufhebung der Acht über Schaffhausen.

Taxregister, n. 3139

1473 Juni 22, Ulm

Eintrag ins Taxregister über die Benachrichtigung der Eidgenossen von der Aufhebung der Acht über Schaffhausen.  

Taxregister, n. 3141

1473 Juni 29-August 15, Baden

Aufzeichnung der Räte Herzog Sigmunds von Österreich über den bisherigen Prozeßverlauf.

RMB 4, n. 10449

1474 Juli 15, Augsburg

K.F. lädt Erzherzog Sigmund in dessen aus dem Schaffhausener Handel resultierenden Streit vor das Kammergericht.

HHStA Wien, RHA 1, Buchstabe H, fol. 59r-v

1474 Juli 15, Augsburg

K.F. lädt Bilgeri von Heudorf in dessen aus dem Schaffhausener Handel resultierenden Streit vor das Kammergericht.

HHStA Wien, RHA 1, Buchstabe H, fol. 59r-v   [Text]



[1] Vermutlich wurden die Baseler angewiesen, den Streit zwischen den Kontrahenten zu schlichten.

[2] Diese Vereinbarung findet sich bereits im Präliminarvertrag zum Waldshuter Fieden vom 25. August 1468 (vgl. Urkunden zur Schweizer Geschichte 4, n. 389).